NOX AETERNA · Band 1 · Das Erwachen
KAPITEL 7: Die Goldene Stadt
Die Tür zur Bibliothek fiel nicht ins Schloss. Sie glitt zu, sanft und lautlos, gesaugt von einem pneumatischen Mechanismus, der darauf ausgelegt war, die Stille des Wissens nicht durch das vulgäre Geräusch von schlagendem Holz zu entweihen. Mit einem leisen Pffft, wie dem letzten Atemzug eines Sterbenden, versiegelte sich der Eingang hinter ihnen und sperrte den Staub der Jahrhunderte wieder ein.
Elias stand auf den Stufen. Er blinzelte. Er hatte Dunkelheit erwartet. Als er in den Bauch des Lastenaufzugs gestiegen war, hatte die Nacht über den unteren Ringen gelegen – eine schwere, stickige Decke aus Smog und Schatten. Er hatte erwartet, dass hier oben, im Herzen der Macht, der Mond regieren würde, kalt und klar über den weißen Türmen.
Aber im Zweiten Ring von Seraphis gab es keine Nacht.
„Willkommen im Sektor der Illumination“, murmelte Marcus neben ihm. Der Adept zog seine Robe enger, zupfte nervös an dem gestickten Abzeichen auf seiner Brust, als müsste er sicherstellen, dass seine Identität noch an Ort und Stelle war. Er wirkte kleiner hier draußen, exponierter als zwischen den schützenden Wänden seiner Bücherregale. „Die Allee des Ewigen Mittags. Energieverbrauch: Zwölftausend Luma pro Stunde. Eine thermodynamische Absurdität, aber politisch notwendig.“
Elias antwortete nicht. Er konnte nicht. Seine Sinne, geschärft durch die Finsternis des Waldes und die monochrome Ödnis der Unterwelt, wurden überflutet. Vor ihm erstreckte sich keine Straße im herkömmlichen Sinne. Es war eine Schlucht aus Licht. Der Boden bestand nicht aus Kopfsteinpflaster oder festgetretener Erde, sondern aus polierten Platten eines milchig-weißen Steins – Mondmarmor, wie Elara es in ihren Gutenachtgeschichten genannt hatte. Doch hier wirkte der Stein nicht natürlich. Er war fugenlos verlegt, eine endlose, glatte Fläche, die das Licht nicht nur reflektierte, sondern von innen heraus zu glühen schien.
Rechts und links der breiten Promenade ragten Säulen auf. Sie standen in perfektem Abstand von zwanzig Schritten zueinander, schlanke Nadeln aus Kristall und Chrom, die fünf Meter in die Höhe wuchsen. An ihren Spitzen balancierten keine Flammen, kein rußendes Öl, kein flackerndes Gas. Dort oben saßen Kugeln aus reinem Luma-Glas.
Sie summten. Es war dasselbe Summen wie bei der Aegis am Stadttor, aber höher, feiner. Ein Singen, das an der Grenze des Hörbaren kratzte und die Zähne vibrieren ließ. Das Licht, das sie ausstrahlten, war brutal. Es war weiß, klinisch rein, ohne die Wärme der Sonne oder die Weichheit des Feuers. Es war ein Licht, das keine Schatten duldete.
Elias blickte an sich herab. Er hob die Hand. Unter seiner Handfläche auf dem Boden war kein Schatten. Das Licht kam von überall. Von den Säulen, von den Fassaden der Gebäude, die mit phosphoreszierenden Mosaiken verkleidet waren, sogar vom Boden selbst. Er fühlte sich nackt. Im Wald war der Schatten sein Freund gewesen. Er hatte ihn vor dem Wolf verborgen, vor den Kriechern. In der Ladebucht hatte der Schatten ihn vor den Hygrandier geschützt. Hier gab es kein Versteck. Hier war man auf dem Präsentierteller, ausgeleuchtet bis in die letzte Pore.
„Wir müssen uns beeilen“, drängte Marcus und schob ihn sanft, aber bestimmt vorwärts. Er vermied es, Elias’ rechten Arm zu berühren. Sein Blick huschte nervös über die leere Promenade. „Die Patrouillen-Algorithmen in diesem Sektor sind eng getaktet. Wenn wir hier stehen bleiben, fallen wir auf. Statische Objekte ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Bewegung suggeriert Zweck.“
Elias setzte sich in Bewegung. Seine Stiefel, noch immer verkrustet mit dem schwarzen Schlamm der Rost-Ader, quietschten auf dem makellosen Marmor. Er versuchte, leise zu treten, aber es war unmöglich. Jeder Schritt hinterließ eine winzige, ölige Spur, eine Narbe auf der Perfektion dieser Stadt. „Wo sind wir?“, fragte er. Seine Stimme klang dünn, verschluckt von der Weite des Raumes.
„Zweiter Ring“, erklärte Marcus schnell, während er neben ihm herging. Er ging nicht, er marschierte, den Blick stur geradeaus, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, als würde er durch einen Korridor der Akademie eilen. „Wohnbezirk der oberen Kaste. Gildenmeister. Hohe Beamte. Die Klaxunas.“
„Klaxunas?“
„Später.“ Marcus winkte ab. „Konzentriere dich auf das Gehen. Kopf hoch. Schultern gerade. Tu so, als würdest du hierher gehören. Arroganz ist die beste Tarnung in Seraphis.“
Elias versuchte es. Er hob das Kinn, straffte den Rücken. Aber es war schwer, arrogant zu wirken, wenn man spürte, wie sich ein fremdes Wesen in den eigenen Arm krallte. Denn das Amulett reagierte. Oh, wie es reagierte.
Unten, am Tor, war es ein Pochen gewesen. Ein wütendes Hämmern gegen die Barriere. Hier war es ein Schrei. Das Amulett in seiner Handfläche war heiß geworden, so heiß, dass Elias fürchtete, der Stoff seines Mantels würde Feuer fangen. Aber es war keine verbrennende Hitze. Es war die Hitze von Reibung. Die Luft hier war gesättigt mit Energie. Jede dieser Säulen strahlte genug Kraft aus, um ein Dorf wie Aetherholm einen Winter lang zu wärmen. Und sie nutzen es, um... die Straße zu beleuchten?
Elias spürte den Ekel des Amuletts. Es war ein fast physischer Würgereiz, der von seinem Arm in seinen Magen aufstieg. Verschwendung, flüsterte der Impuls. Sinnlosigkeit. Leere Hüllen. Das Amulett wollte nicht nur fressen. Es wollte korrigieren. Es wollte dieses obszöne Übermaß an Energie nehmen und es dorthin bringen, wo es hingehörte: In die Leere. In das Nichts.
Ein heftiges Zucken durchfuhr seinen rechten Arm. Elias keuchte auf, griff mit der linken Hand nach seinem Handgelenk und drückte zu, so fest er konnte. „Still“, zischte er.
Marcus blieb abrupt stehen. Er drehte sich zu Elias um, die Augen hinter den runden Brillengläsern geweitet. „Die Variable fluktuiert“, stellte er fest. Er zog nicht seine Lupe, aber er starrte auf Elias’ Arm, als könnte er durch den Stoff hindurch die physikalischen Vektoren sehen. „Die Strahlungsdichte hier... sie triggert eine Reaktion, nicht wahr? Wie ein Magnet in einem Eisenwarenladen.“
„Es tut weh“, presste Elias hervor. Schweißperlen standen auf seiner Stirn, glitzerten im künstlichen Licht. „Es ist zu viel. Überall. Warum ist es so hell?“
„Status“, sagte Marcus trocken. Er deutete auf die strahlenden Fassaden der Häuser, die die Allee säumten. Es waren Paläste. Filigrane Konstruktionen aus weißem Stein, mit Balkonen aus gedrehtem Glas und Dächern, die mit Goldblatt gedeckt waren. „In Seraphis ist Licht Macht. Wer im Dunkeln sitzt, ist arm. Wer Kerzen nutzt, ist Mittelstand. Aber wer die Nacht zum Tag machen kann... der ist ein Gott.“ Er wies auf eine besonders prunkvolle Villa zur Linken. Aus den hohen Fenstern drang goldenes Licht und das gedämpfte Geräusch von Musik – Streicher, hell und süßlich. „Siehst du das? Das ist keine Beleuchtung, damit man nicht stolpert. Das ist eine Demonstration. Sie sagen: ‚Seht her, wir haben so viel Energie, dass wir sie verschütten können wie Wein.‘“
Elias starrte auf das Haus. Er sah Schattenrisse von Gestalten hinter den Vorhängen aus Seide. Sie bewegten sich träge, elegant. Er stellte sich vor, wie sie dort standen, Gläser in der Hand, lachend, während unten in der Ladebucht Männer von schwarzem Öl gefressen wurden, nur damit hier oben die Musik spielte. Der Zorn, der ihn schon am Tor überfallen hatte, flackerte wieder auf. Aber diesmal war er tiefer. Kälter.
„Es ist falsch“, sagte er.
„Es ist ineffizient“, korrigierte Marcus. Er zog sein Notizbuch hervor, kritzelte hastig etwas hinein, während er weiterging. „Die Energieübertragungsrate vom Hauptgenerator im Sanctum zu diesen Peripherie-Säulen hat einen Verlustfaktor von 14 Prozent. Reine Verschwendung. Aber erzähl das mal dem Rat. Ästhetik vor Logik.“
Sie gingen weiter. Die Allee machte eine sanfte Biegung. Und plötzlich änderte sich der Geruch. Das klare, scharfe Ozon wich zurück. Ein neuer Duft legte sich über die Straße, schwer, süß und betäubend. Es roch nach Jasmin, nach Moschus und verbranntem Zucker. Es war ein dichter, fast öliger Nebel, der aus den Lüftungsschächten der umliegenden Gebäude quoll und wie bodennahe Wolken über den Marmor kroch.
Elias hustete. Der Geruch legte sich auf seine Zunge, schmeckte künstlich, wie kandierte Früchte, die zu lange in der Sonne gelegen hatten. „Was ist das?“, fragte er und zog seinen Schal vor das Gesicht.
„Parfümierter Dampf“, erklärte Marcus, ohne den Schritt zu verlangsamen. Er schien den Atem anzuhalten oder flach zu atmen. „Um den Geruch der unteren Ringe zu überdecken, falls der Wind mal ungünstig steht. Sie nennen es ‚Der Atem der Seraphim‘.“
Elias sah sich um. Der Dampf verwischte die harten Kanten des Lichts, tauchte die Straße in eine traumartige, unwirkliche Atmosphäre. Die weißen Gebäude wirkten nun wie Kulissen in einem Theaterstück, weichgezeichnet und fern. Durch den Nebel sah er Schemen. Menschen.
Sie kamen ihnen entgegen. Eine Gruppe von drei Personen, gekleidet in Roben, die aussahen, als wären sie aus flüssigem Silber gewebt. Sie trugen Masken – filigrane Halbmasken aus Kristall, die ihre Augen verdeckten, aber ihre Münder freiliessen. Sie lachten. Es war ein hohes, splitterndes Lachen, das nicht fröhlich klang, sondern hysterisch.
Elias wollte ausweichen, sich an die Hauswand drücken, wie er es in den unteren Ringen gelernt hatte. „Nicht ausweichen“, zischte Marcus und packte ihn am Ellbogen. Sein Griff war hart, seine Fingerknöchel weiß. „Geh einfach weiter. Mitten durch. Wenn du ausweichst, sehen sie dich.“
Die Gruppe kam näher. Elias sah ihre Haut. Sie war blass, fast durchscheinend, als hätten sie seit Jahren keine Sonne mehr gesehen. Ihre Bewegungen waren fließend, torkelnd, wie Tänzer, die die Musik verloren hatten. Einer von ihnen, ein Mann mit einer Maske, die wie ein Vogelschnabel geformt war, blieb stehen. Er schwankte. In seiner Hand hielt er eine kleine Phiole aus geschliffenem Glas. Darin wirbelte etwas Helles. Keine Flüssigkeit. Licht.
Der Mann hob die Phiole an die Lippen. Er trank nicht. Er inhalierte. Er öffnete den Mund, und das Licht floss aus dem Glas wie Rauch, kroch über seine Zunge, füllte seinen Rachen. Seine Adern leuchteten auf. Für einen Moment sah Elias das komplette Kreislaufsystem des Mannes – ein Netz aus glühendem Blau unter der blassen Haut. Die Augen hinter der Kristallmaske weiteten sich, leuchteten hell auf wie zwei Taschenlampen. Der Mann stieß ein stöhnendes Geräusch aus, eine Mischung aus Lust und Schmerz. Er warf den Kopf in den Nacken, zitterte am ganzen Leib.
Elias starrte ihn an. Er konnte den Blick nicht abwenden. Das war keine Nahrung. Das war keine Medizin. Das war Konsum in seiner reinsten, zerstörerischsten Form.
Das Amulett an seinem Arm riss an der Leine. Es wollte dieses Licht. Es wollte es dem Mann aus den Adern reißen. Es wollte die Phiole, die leuchtenden Adern, die strahlenden Augen – es wollte alles verschlingen. Der Schmerz in Elias’ Arm wurde so stark, dass ihm schwarz vor Augen wurde. Er stolperte. Er prallte gegen Marcus.
„Weiter“, flüsterte Marcus. Seine Stimme zitterte jetzt auch. „Nicht stehenbleiben. Das sind Klaxunas. Wenn sie merken, was du bist...“ Er ließ den Satz offen. Er schob Elias weiter, vorbei an dem leuchtenden Mann, der immer noch zuckend im Nebel stand, gefangen in seinem Rausch.
Als sie die Gruppe passiert hatten und der süßliche Nebel etwas dünner wurde, wagte Elias es, zu sprechen. „Sie trinken es“, sagte er fassungslos. „Sie trinken das Licht.“
„Sie trinken reine Magie“, korrigierte Marcus leise. Er wischte sich Schweiß von der Stirn. „Destilliertes Luma. Hochkonzentriert. Es gibt ihnen das Gefühl, unsterblich zu sein. Für etwa eine Stunde. Danach... brennt es sie von innen aus.“ Er sah Elias an, und sein Blick war düster. „Willkommen auf dem Markt der Eitelkeiten, Elias. Hier stirbt man nicht, weil man nichts hat. Hier stirbt man, weil man nie genug bekommt.“
Vor ihnen öffnete sich die Allee. Sie traten auf einen riesigen Platz. In der Mitte stand kein Brunnen mit Wasser. Dort stand eine Fontäne aus Licht – ein Geysir aus reiner Energie, der zwanzig Meter in die Höhe schoss und in Funken herabregnete, die vergingen, bevor sie den Boden berührten. Und um diesen Brunnen tanzten hunderte von Menschen.
Elias blieb stehen. Sein Arm fühlte sich an, als würde er in kochendes Wasser getaucht. Die Stadt schrie ihn an. Und das Amulett schrie zurück.
Der Platz war kein Ort. Er war ein Zustand. Elias hatte Marktplätze gesehen – in Aetherholm, wo Bauern um den Preis von Rüben feilschten, oder in den Zwischenstationen der Händler, wo Pferde wieherten und Eisen geschmiedet wurde. Orte, die nach Arbeit rochen, nach Erde und Nutzen.
Dieser Platz roch nach Überdruss.
Er war kreisrund, eingefasst von Kolonnaden aus weißem Marmor, die so hoch waren, dass ihre Kapitelle im künstlichen Dunst der Licht-Säulen verschwammen. Der Boden war ein Mosaik aus Millionen winziger Glassteine – Gold, Silber, Azurblau –, die in spiralförmigen Mustern angeordnet waren. Wenn man darauf ging, hatte man das Gefühl, auf einem gefrorenen Regenbogen zu wandeln.
Aber niemand achtete auf den Boden. Alle Augen waren auf die Fontäne in der Mitte gerichtet. Der "Geysir", wie Marcus ihn genannt hatte, war ein technisches Wunderwerk und eine moralische Obszönität. Aus einer breiten Schale aus schwarzem Obsidian schoss ein Strahl reiner Luma-Energie zwanzig Meter in die Höhe. Er war so hell, dass er Schatten in die Netzhaut brannte, wenn man zu lange hineinsah. Oben, am Scheitelpunkt, zerfiel der Strahl nicht in Wasser. Er zerfiel in Funken. Myriaden von glühenden Partikeln, die langsam herabschwebten wie goldener Schnee und vergingen, kurz bevor sie die ausgestreckten Hände der Menge berührten.
Und die Menge... Elias drückte sich instinktiv näher an Marcus heran, suchte Deckung im Schatten der grauen Robe des Adepten, obwohl es hier keine wirklichen Schatten gab.
„Versuch nicht, unsichtbar zu sein“, murmelte Marcus, ohne die Lippen zu bewegen. Er hielt sein Notizbuch vor die Brust wie einen Schild. „In dieser Menge fällt nur auf, wer sich versteckt. Geh lässig. Als würde dir das hier gehören.“
Aber Elias konnte nicht lässig sein. Die Menschen um ihn herum waren Kreaturen aus einer anderen Welt. Frauen in Kleidern, die aus Licht gewebt schienen – Stoffe, durchwirkt mit phosphoreszierenden Fäden, die bei jeder Bewegung ihre Farbe änderten. Männer in engen Gehröcken aus Samt, deren Krägen so hoch standen, dass sie ihre Hälse verbargen, bestickt mit lebenden Edelsteinen, die im Takt ihres Pulses pochten.
Sie bewegten sich nicht, um irgendwohin zu gelangen. Sie flanierten. Ein langsames, träges Kreisen um den Lichtbrunnen, wie Motten um eine Flamme. Niemand sprach laut. Es war ein gedämpftes Murmeln, unterbrochen von diesem splitternden, hysterischen Lachen, das Elias schon in der Allee gehört hatte. Es gab keine Musik, aber die Luft vibrierte in einem Rhythmus, den das Amulett an Elias' Arm schmerzhaft aufnahm. Wumm-Wumm-Wumm. Der Herzschlag der Stadt.
„Sie sehen uns nicht“, flüsterte Elias. Er beobachtete ein Paar, das direkt an ihnen vorbeiglitt. Ihre Augen waren glasig, fixiert auf die Funken der Fontäne. „Sie sehen gar nichts.“
„Sie sehen nur das Spektrum, für das sie bezahlt haben“, antwortete Marcus zynisch. Er deutete unauffällig auf einen Stand am Rande des Platzes. Es war kein Marktstand mit Obst oder Brot. Es war ein Pavillon aus geschliffenem Kristall, bewacht von zwei Hünen in den Farben einer privaten Gilde. Hinter einem Tresen aus poliertem Mahagoni stand ein Händler, der winzige Glasröhrchen in Samtchatullen verpackte.
„Die Apotheke“, sagte Marcus. „Dort kaufen sie ihre Realität.“
Elias sah genauer hin. Ein junger Mann, kaum älter als er selbst, aber gekleidet in Seide, die mehr kostete als ganz Aetherholm, legte eine Handvoll Luma-Münzen auf den Tresen. Er zitterte. Seine Hände waren fahrig, die Haut um seine Fingernägel war blutig gekaut. Der Händler schob ihm eine Schatulle zu. Der junge Mann riss sie auf. Er nahm eine Phiole heraus. Sie leuchtete violett. Er entkorkte sie noch am Tresen, warf den Kopf in den Nacken und kippte den Inhalt in seinen offenen Mund.
Elias sah, wie das Licht seine Kehle hinunterrann. Es war, als würde er flüssiges Neon schlucken. Für einen Moment leuchtete sein ganzer Brustkorb transparent auf, man konnte die Rippen sehen, das hektisch schlagende Herz, das in einem violetten Halo pulsierte. Der Mann stieß einen Schrei aus – halb Lust, halb Schmerz. Er krallte sich am Tresen fest, während die Energie durch sein Nervensystem schoss. Seine Pupillen weiteten sich, bis seine Augen vollkommen schwarz waren, umrandet von violettem Feuer.
„Ignis Violetta“, diagnostizierte Marcus leise, fast klinisch. „Destilliert aus den Emissionen des Fünften Rings. Verunreinigt, aber potent. Es stimuliert die Synapsen so stark, dass das Gehirn glaubt, die Zeit stünde still. Für ihn dauert dieser Moment eine Ewigkeit.“
„Es bringt ihn um“, sagte Elias. Er spürte die Hitze in seinem eigenen Arm, ein Echo des Konsums. Das Amulett wollte diese Energie. Es wollte hinrennen und sie dem Mann aus dem Leib saugen.
„Natürlich“, sagte Marcus gleichgültig. „Sein Nervensystem brennt aus. In zwei Jahren ist er ein Wrack. Ein Klaxuna, der nur noch im Dunkeln wimmern kann, bis er den nächsten Schuss bekommt. Aber bis dahin... ist er ein guter Kunde.“
Sie schoben sich weiter durch die Menge. Der Platz war voll von ihnen. Den Süchtigen. Den Gelangweilten. Denen, die so viel hatten, dass sie anfingen, sich selbst zu verzehren. Elias sah eine Gruppe von Frauen, die auf Kissen am Boden saßen und sich gegenseitig Lichtdämpfe aus goldenen Pfeifen in die Gesichter bliesen. Ihre Haut war grau, pergamentartig, im krassen Gegensatz zu ihren juwelenbesetzten Kleidern. Sie sahen aus wie geschmückte Leichen.
Er sah Diener, die Tabletts mit leuchtenden Früchten trugen – Äpfel, in die Luma injiziert worden war, Trauben, die von innen glühten. Alles hier war künstlich. Alles war manipuliert. Es gab keine Natur. Es gab nur Design.
Ein Windstoß wehte über den Platz. Er trug den Geruch des „Atems der Seraphim“ mit sich, süß und schwer, aber darunter lag etwas anderes. Der Geruch von verbranntem Fleisch. Ganz schwach. Ganz fein. Es war der Geruch der Klaxunas, die sich von innen heraus kochten.
Elias blieb stehen. Ihm wurde übel. Die Absurdität des Ganzen traf ihn wie ein Schlag. Draußen, vor den Mauern, verhungerten Menschen im Schlamm. In der Ladebucht wurden Arbeiter von Schatten gefressen, um diese Energie zu fördern. Und hier? Hier tranken sie sie zum Spaß. Sie pissten Licht in den Rinnstein, während die Welt draußen erfror.
„Wir müssen hier weg“, presste er hervor. Seine rechte Hand unter dem Mantel krampfte sich zur Faust. Die schwarze Haut knirschte hörbar. „Marcus. Mein Arm.“
Marcus blieb stehen. Er sah Elias an, und zum ersten Mal sah Elias echte Besorgnis hinter den Brillengläsern. „Die Strahlungswerte steigen exponentiell“, murmelte der Adept. Er blickte auf die Fontäne, dann auf Elias. „Wir sind zu nah am Zentrum. Die Interferenz...“
Er wurde unterbrochen. Ein Mann trat ihnen in den Weg. Er war riesig, gekleidet in eine Robe aus rotem Samt, die offen stand und einen Brustkorb entblößte, der mit goldenen Tätowierungen bedeckt war. Sein Gesicht war hinter einer goldenen Maske verborgen, die keine Augenlöcher hatte. Er brauchte keine Augen. Er war ein Klaxuna im Endstadium. Seine Haut leuchtete schwach aus sich heraus, ein fahles, ungesundes Glimmen. Er vibrierte.
„Du“, gurgelte er. Er deutete auf Elias. Nicht auf sein Gesicht. Auf seinen rechten Arm. „Du hast... etwas.“
Elias wich zurück. „Lass mich in Ruhe.“
Der Mann kicherte. Es klang wie zerbrechendes Glas. „Ich kann es riechen. Es ist kalt. So wunderbar kalt.“ Er trat einen Schritt näher, schwankend, die Arme ausgebreitet wie ein Priester, der einen Segen empfangen will. „Ich brenne, Junge. Ich brenne seit Jahren. Gib mir deine Kälte. Gib sie mir!“
Die Menge um sie herum wurde aufmerksam. Köpfe drehten sich. Glasige Augen fixierten Elias. „Was hat er?“, flüsterte eine Frau. „Kälte?“, fragte ein anderer. „Echte Kälte?“
Plötzlich waren sie nicht mehr unsichtbar. Sie waren die Attraktion. Der Kreis schloss sich. Parfümierte Leiber drängten näher, gierig nach der neuen Sensation. Sie wollten nicht Elias. Sie wollten das, was er versteckte. Sie waren wie der Wolf im Wald, nur dass sie keine Zähne hatten, sondern Luma-Schecks und Wahnsinn.
„Marcus“, sagte Elias warnend. Das Amulett schrie jetzt. Es vibrierte so stark, dass Elias’ ganzer Körper zitterte. Es spürte die Gier der Klaxunas. Es spürte die Fontäne. Es war wie ein Funke in einem Pulverfass.
„Variable K“, murmelte Marcus bleich. „Kritische Masse.“ Er griff nach Elias’ Schulter. „Lauf.“
Aber es war zu spät zum Laufen. Der Hüne mit der goldenen Maske griff nach Elias. Seine Hand war glühend heiß, verbrannte Haut. „Gib es mir!“, kreischte er.
Er berührte Elias’ Mantel. Dort, wo der schwarze Arm war.
Der Griff des Klaxunas war heiß. Es war keine menschliche Körperwärme, die durch den groben Stoff von Elias’ Mantel drang. Es war die fiebrige, vibrierende Hitze eines Hochofens, der kurz vor der Kernschmelze steht. Die Hand des Hünen, beringt mit Gold und geschwollen von der überschüssigen Energie in seinen Adern, krallte sich direkt um Elias’ rechten Unterarm. Genau dort, wo die Haut schwarz war.
„Gib es mir“, gurgelte der Mann hinter seiner goldenen Maske. Speichel tropfte von seinem Kinn, leuchtete schwach violett, als er auf den Boden traf. „Die Kälte... ich brauche die Kälte.“
Für den Bruchteil einer Sekunde geschah nichts. Die Welt schien den Atem anzuhalten. Die Musik der Streicher verstummte nicht, aber sie wurde dünn, unwirklich, überlagert von dem dröhnenden Herzschlag in Elias’ Ohren. Er sah die glasigen Augen der Umstehenden, die gierig näherkamen, angezogen von dem Schauspiel wie Fliegen von verrottendem Obst.
Dann erwachte das Amulett.
Es war kein langsames Aufwachen wie im Wald. Es war ein explosionsartiges Aufreißen eines Dammes. Das Amulett hatte die Energie der Stadt geschmeckt – das Luma in den Säulen, das Parfüm in der Luft, das Leuchten in den Adern der Süchtigen. Es hatte sich zurückgehalten, mühsam unterdrückt von Elias’ Willen. Aber jetzt gab es einen direkten Kontakt. Ein Kabel war angeschlossen worden.
WHUUUUUM.
Der Ton war so tief, dass er nicht gehört, sondern im Magen gefühlt wurde. Die Glassteine des Mosaikbodens vibrierten. Der Klaxuna schrie auf. Aber er ließ nicht los. Er konnte nicht loslassen.
Elias spürte, wie der Sog einsetzte. Brutal. Gnadenlos. Es fühlte sich an, als würde ein riesiger Haken in seinen Arm gerammt und nach außen gezogen. Aber anstatt Blut zu verlieren, sog er Leben ein. Die Hitze der Hand des Mannes wurde in Elias hineingerissen. Sie flutete seinen gefrorenen Arm, schoss durch seine Schulter in seinen Brustkorb. Es war keine angenehme Wärme. Es war ein schmerzhafter, elektrischer Schock, der seine Zähne aufeinanderklappen ließ.
„Nein!“, keuchte Elias. Er versuchte, seinen Arm wegzureißen, aber die Physik war gegen ihn. Die Kälte hatte den Mann an ihn geschweißt.
Der Hüne begann zu flackern. Das ungesunde, fahle Leuchten seiner Haut wurde heller, dann dunkler, dann heller – ein Stroboskop-Effekt des Sterbens. Man konnte sehen, wie das Ignis Violetta aus seinen Adern gesaugt wurde. Die leuchtenden Linien unter seiner Haut bewegten sich, flossen rückwärts, hinab in seinen Arm, in seine Hand, direkt in Elias.
Die goldene Maske des Mannes beschlug mit Reif. Eisblumen schossen über seine nackte Brust, über die goldenen Tätowierungen. Die Haut, eben noch prall und heiß, fiel ein. Sie wurde grau, rissig wie altes Pergament. Der Schrei des Mannes erstarb in einem Röcheln, als seine Stimmbänder gefroren.
„Er tötet ihn!“, kreischte eine Frau in der Menge. Das Parfümfläschchen entglitt ihrer Hand und zerschellte am Boden. Panik brach aus. Aber es war die träge, unkoordinierte Panik von Menschen, die zu berauscht waren, um schnell zu reagieren. Sie wichen zurück, stolperten über ihre eigenen Schleppen, fielen in den glitzernden Staub.
„Kritische Masse erreicht!“, brüllte Marcus. Er warf die professionelle Distanz über Bord. Er packte Elias am linken, gesunden Arm und zerrte daran. „Elias! Trenne die Verbindung! Du musst den Kreislauf unterbrechen!“
„Ich... kann... nicht!“, presste Elias hervor. Er ertrank in Energie. Es war zu viel. Der Mann war nur der Anfang. Das Amulett war nicht satt. Es war gierig geworden. Es spürte die Fontäne im Rücken. Es spürte die Luma-Kugeln auf den Säulen. Es wollte alles.
Der schwarze Arm unter dem Mantel begann zu vibrieren. Ein tiefes, dunkles Licht – kein Leuchten, sondern eine Art negativer Schatten – begann durch den Stoff zu sickern. Der Mantelärmel zerfiel. Die Wolle löste sich auf in graue Ascheflocken, einfach weggefressen von der Aura der Leere. Zum ersten Mal sah die Menge den Arm. Die schwarze, obsidianartige Klaue. Die Hand, die den Arm des Klaxuna umklammerte.
Ein Raunen ging durch die Menge. Entsetzen. Ekel. „Ein Schatten!“, rief jemand. „Er ist einer von ihnen!“
Plötzlich gab es einen Knall. Nicht vom Mann. Von oben.
Eine der Luma-Kugeln auf den Marmorsäulen explodierte. Scherben regneten herab. Das Licht erlosch. Dann die nächste. PENG. Und die nächste. PENG.
Das Amulett zog nicht mehr nur aus dem Mann. Es zog aus der Umgebung. Es trank das Licht der Stadt. Elias spürte, wie er zum Zentrum eines Wirbelsturms wurde. Er war das Auge. Er war das Nichts. Die Lichter der Allee flackerten wild. Die Musik verstummte, als die magischen Verstärker ausfielen. Die Fontäne hinter ihm – der stolze Geysir aus Energie – begann zu stottern. Der Strahl wurde dünner, verlor an Höhe. Die goldenen Funken wurden grau, fielen als kalte Asche zu Boden.
„Variable K überschreitet den Grenzwert!“, schrie Marcus. Er ließ Elias los, hielt sich die Hände schützend über den Kopf, als Glas von einer weiteren geplatzten Laterne herabregnete. „Du verursachst einen Systemkollaps! Du saugst das Netz leer!“
Der Klaxuna vor Elias war nur noch eine Hülle. Er stand noch, gehalten von der Starre, aber er war leer. Ein ausgehöhltes Gefäß. Mit einem letzten, gewaltsamen Ruck riss Elias seinen Arm zurück. Das Amulett ließ los. Nicht, weil es satt war. Sondern weil es nichts mehr zu holen gab.
Der Hüne kippte um. Er fiel wie ein gefällter Baum. Steif. Hart. Als er auf dem Mosaikboden aufschlug, zersprang er nicht. Aber das Geräusch war das von Stein auf Stein. Er war eine gefrorene Statue.
Elias taumelte zurück. Er keuchte, Dampfwolken stießen aus seinem Mund, obwohl die Luft auf dem Platz sommerlich warm war. Er fühlte sich... mächtig. Das war das Schrecklichste daran. Er fühlte sich nicht schuldig. Er fühlte sich stark. Sein Blut rauschte wie ein Fluss, aufgeladen mit der gestohlenen Energie. Die Kälte in seinem Arm war weg, ersetzt durch ein sattes, zufriedenes Summen. Er blickte auf seine Hand. Die schwarze Haut glänzte feucht, als hätte sie gerade gefressen.
Um ihn herum wurde es dunkel. Ein ganzes Segment des Platzes war erloschen. Die Säulen waren schwarz, die Fontäne nur noch ein klägliches Tröpfeln. Im Halbdunkel sah er die Gesichter der Menschen. Die Arroganz war weg. Der Rausch war weg. Da war nur noch nackte, urzeitliche Angst. Sie starrten ihn an wie ein Monster, das aus ihren Albäumen gestiegen war.
„Wachen!“, schrie jemand aus der Dunkelheit. „Wachen! Ein Energiefresser!“
Das Wort riss Elias aus seiner Trance. Energiefresser. Er sah zu Marcus. Der Adept starrte ihn an, die Brille schief auf der Nase, das Notizbuch vergessen am Boden. In seinem Gesicht stand kein Ekel. Dort stand Faszination. Eine fast religiöse Ehrfurcht vor der Zerstörung.
„Hast du das gesehen?“, flüsterte Marcus. Er trat einen Schritt näher, ignorierte die schreiende Menge. „Du hast die lokale Matrix destabilisiert. Du hast... du hast das Licht gegessen. Du bist wie ein wandelnder Kurzschluss. Ein Energievampir.“
„Wir müssen weg“, krächzte Elias. Seine eigene Stimme klang fremd, tiefer, vibrierend.
In der Ferne hörte man Pfiffe. Schrille, magische Signale. Lichtkegel von Suchscheinwerfern tanzten über die Dächer. Die Sicherheitskräfte der Akademie. Silber-Röcke.
Marcus schreckte hoch. Der Wissenschaftler wich dem Überlebenden. „Sektor 3“, sagte er hastig. Er packte Elias am linken Arm. „Die Gasse hinter der Apotheke. Sie führt zu den Wartungsschächten. Da gibt es kein Luma-Gitter.“
Elias ließ sich ziehen. Er stolperte. Seine Beine fühlten sich an, als gehörten sie nicht ihm. Er war betrunken von Energie. Sie rannten. Vorbei an den wimmernden Klaxunas, die am Boden lagen und den Entzug spürten, weil die Umgebungsmagie weg war. Vorbei an dem toten Hünen, der im Schatten lag wie ein Mahnmal.
Sie bogen in eine schmale Gasse ein, weg von dem Prachtboulevard, hinein in die Eingeweide der Architektur. Hier war es dunkel. Wirklich dunkel. Elias lehnte sich gegen eine Wand aus glattem Stein. Er rutschte daran herunter, bis er im Hocken saß. Er vergrub das Gesicht in den Händen. Sein rechter Arm pulsierte noch immer, satt und träge.
„Ich habe ihn getötet“, flüsterte er.
Marcus stand an der Ecke, spähte zurück zum Platz. Blaue Blitze zuckten dort auf – die Wachen waren eingetroffen. „Technisch gesehen“, sagte Marcus abwesend, während er seine Brille richtete, „hast du nur den Prozess beschleunigt. Er war bereits tot. Sein Energiehaushalt war irreparabel.“ Er drehte sich zu Elias um. „Aber physikalisch gesehen...“ Er schüttelte den Kopf, ein ungläubiges Lachen in der Stimme. „Physikalisch gesehen bist du das faszinierendste Phänomen, das diese Stadt seit tausend Jahren gesehen hat.“
Elias hob den Kopf. Tränen der Wut und der Scham brannten in seinen Augen. „Ich bin kein Phänomen. Ich bin ein Mörder.“
Marcus hockte sich vor ihn hin. Er sah ihm direkt in die Augen. „Das ist eine Frage der Definition. Ein Blitz ist auch tödlich. Aber er ist nicht böse. Er ist nur... stark.“ Er streckte die Hand aus, zögerte kurz, und legte sie dann auf Elias’ linke Schulter. „Wir müssen weiter. Thaddeus ist im Sanctum. Aber nach dem hier...“ Er deutete vage in Richtung des dunklen Platzes. „...wird Arkan die Sicherheitsstufe erhöhen. Wir kommen heute nicht mehr ins Sanctum.“
„Wohin dann?“, fragte Elias. Er fühlte sich leer, jetzt, wo der Rausch nachließ.
„Es gibt Orte, die nicht auf den Karten stehen“, sagte Marcus. „Orte, die vergessen wurden. Alte Labore. Archive. Wir müssen untertauchen. Bis Variable C wieder günstig steht.“
Er stand auf und bot Elias die Hand an. „Komm, Vampir. Die Nacht gehört uns. Zumindest, bis sie die Lampen repariert haben.“
Elias starrte auf Marcus’ Hand. Er dachte an den Wolf. Er dachte an Jorin. Er dachte an den Mann mit der goldenen Maske. Er nahm die Hand nicht. Er stand alleine auf. Er würde niemanden mehr berühren, wenn er es vermeiden konnte. Er zog den zerfetzten Ärmel seines Mantels so gut es ging über den schwarzen Arm. „Geh voran“, sagte er.
Sie verschwanden in der Dunkelheit der Gasse, während hinter ihnen Seraphis in Aufruhr geriet. Die Sirenen heulten.
Das Licht flackerte. Und irgendwo, hoch oben in einem Turm aus schwarzem Glas, öffnete ein Mann namens Arkan die Augen und lächelte. Er hatte die Erschütterung gespürt. Das Gefäß war angekommen.