NOX AETERNA · Band 2 · Der Preis der Gezeiten
KAPITEL 17: Splitterrisse
Der Fluss, an dessen Ufer sie gestrandet waren, war kein Ort des Friedens. Er war eine Grenze. Hinter ihnen lag der wuchernde, feindselige Dschungel des Selva Magna, vor ihnen das träge, schwarze Wasser, das irgendwohin führte, wo sie noch nicht waren.
Es war Nacht. Die Luft war dick, gesättigt mit Feuchtigkeit und dem Summen von Insekten, aber im Lager der Gruppe herrschte eine Stille, die schwerer wog als die Hitze. Es war die Stille nach dem Überleben.
Elias saß abseits. Er hatte sich auf einen moosbewachsenen Wurzelstock gesetzt, den Rücken den anderen zugewandt. Sein rechter Arm, im Schwarzen Handschuh, ruhte auf seinem Knie. Er zitterte nicht, aber sein Körper stand unter einer Spannung, die fast hörbar war.
Das Amulett an seiner Brust war der Grund.
Seit er das Herz des Waldes in sich aufgenommen hatte, war das Artefakt nicht mehr nur ein hungriges Vakuum. Es war ein Kriegsgebiet. Das Fragment der Sonne – heiß, zerstörerisch, weiß – kämpfte gegen das Fragment des Waldes – grün, wuchernd, lebendig.
Der Riss im Kristall pulsierte unregelmäßig. Elias spürte Wellen von Hitze, gefolgt von Wellen Übelkeit erregenden Wachstums, die durch seine Adern schossen. Es fühlte sich an, als würde sein Blut kochen und im nächsten Moment gefrieren.
Er hörte Schritte im Schlamm. Schwere, schleifende Schritte.
„Du sitzt hier wie ein König auf seinem Thron“, grollte Tarek.
Elias drehte den Kopf. Der Söldner stand ein paar Meter entfernt. Er stützte sich schwer auf sein Krummschwert, das im weichen Boden einsank. Sein Oberkörper war nackt bis auf die Verbände, die Lyra ihm angelegt hatte. Die Wunde an der Seite – die Stelle, wo Elias die Schatten-Fäule herausgesaugt hatte – sah im Mondlicht aus wie ein Krater in blassem Fleisch.
„Ich halte Wache“, sagte Elias leise.
„Du versteckst dich“, sagte Tarek. Er ließ sich fallen, nicht elegant, sondern wie ein gefällter Baum. Er landete im nassen Gras, verzog das Gesicht, gab aber keinen Laut des Schmerzes von sich.
„Du hast Angst, uns anzusehen“, fuhr Tarek fort. Seine Stimme war rau, belegt von der Erschöpfung und der Bitterkeit, die seit der Begegnung mit der Kaiserin in ihm fraß. „Weil du weißt, was wir sehen.“
„Was seht ihr?“, fragte Elias. Er drehte sich ganz um. Der Riss in seinem Amulett flackerte rot auf, beleuchtete sein hageres Gesicht.
„Ein Monster“, sagte Clara.
Sie war aus dem Schatten getreten. Sie hatte Holz gesammelt, nasses Treibholz, das kaum brennen würde, aber sie hielt es vor sich wie einen Schild. Sie warf es auf den Boden.
„Tarek hat recht“, sagte sie. Ihre Stimme zitterte, nicht vor Angst, sondern vor Wut. „Sieh uns an, Elias. Sieh dir an, was aus uns geworden ist.“
Sie deutete auf das Lager. Auf Zara, die bewusstlos auf Marcus’ Schoß lag, gezeichnet von der Hand-Narbe. Auf Lyra, die am Wasser saß und ihre Hände wusch, immer wieder, als klebte Blut daran. Auf Kael, der im Schlaf zuckte, ausgezehrt bis auf die Knochen.
„Wir sterben hier“, sagte Clara. „Stück für Stück. Für deine Mission. Für dein verdammtes Amulett.“
„Ich habe euch nicht gezwungen“, sagte Elias. Die Verteidigung kam automatisch, aber sie schmeckte schal auf seiner Zunge.
„Doch, das hast du!“, schrie Clara. „Indem du uns Hoffnung gegeben hast! Du hast gesagt, wir retten die Welt. Aber wir retten gar nichts. Wir zerstören nur. Du hast das Atrium gesprengt. Du hast die Klaxunas verhungern lassen. Du hast Tarek verbrannt. Und jetzt...“ Sie deutete auf Zara. „Jetzt hat Zara ein Brandmal, weil wir versuchen, deine Fehler zu korrigieren.“
Elias stand auf. Der Handschuh summte. Er spürte die Wut der anderen. Das Amulett wollte sie trinken. Es wollte die Emotionen aufsaugen, um den Riss zu kitten.
Nimm es, flüsterte es. Nimm ihren Hass.
Elias presste die Zähne zusammen. „Ich tue, was notwendig ist“, sagte er kalt. „Wenn ich schwach bin, gewinnen die Schatten. Wenn ich zögere, gewinnt Arkan.“
„Du klingst wie er“, sagte Tarek vom Boden. Er starrte in den Nachthimmel. „Genau wie er. Mein Vater... er hat auch gesagt, es sei notwendig.“
Tarek lachte, ein trockenes, humorloses Geräusch.
„Er hat den Wald verkauft, um seine Männer zu retten. Das hat er gesagt. Notwendigkeit.“ Tarek spuckte aus. „Es war Feigheit. Er hatte Angst zu sterben. Also hat er andere sterben lassen.“
Er blickte Elias an. Seine Augen waren dunkel, leer.
„Bist du feige, Elias? Hast du so viel Angst davor, allein zu sein, dass du uns mit in den Abgrund reißt?“
Der Vorwurf traf Elias härter als jeder Schlag. Er wollte schreien. Er wollte ihnen sagen, dass er jede Nacht Albträume hatte. Dass er den Schmerz von jedem von ihnen spürte, verstärkt durch das Amulett.
Aber er sagte nichts. Er durfte nicht. Wenn er zusammenbrach, wer würde sie dann führen?
„Denk, was du willst“, sagte Elias. Er zog den Umhang enger um sich, um das Leuchten des Risses zu verbergen. „Aber solange du laufen kannst, läufst du. Und solange ich atme, bringe ich euch hier raus.“
„Und wenn wir nicht mehr laufen können?“, fragte Clara leise. „Lässt du uns dann zurück? Wie Jory?“
Der Name hing in der Luft wie Giftgas. Jory. Der Junge, den sie in Canopy zurückgelassen hatten.
Elias zuckte zusammen. „Er ist sicher.“
„Er ist weg“, sagte Clara. Sie setzte sich neben Tarek, zog ihre Knie an die Brust. „Wir verlieren uns selbst, Elias. Splitter für Splitter.“
Elias wandte sich ab. Er ging zum Flussufer, weg von dem kleinen, elenden Lager. Er konnte ihre Blicke nicht ertragen. Er konnte die Wahrheit in ihren Augen nicht ertragen.
Er setzte sich auf einen Stein. Er blickte auf das Wasser. Es war schwarz, undurchdringlich.
Er griff unter seine Tunika, umfasste das Amulett. Es war heiß. Die zwei Fragmente darin stießen sich ab. Sie harmonierten nicht.
Feuer und Leben, dachte er. Sie zerstören sich gegenseitig.
Er brauchte das Wasser. Das dritte Fragment. Die Träne. Nur sie konnte kühlen. Nur sie konnte binden.
Aber bis dahin... bis dahin war er eine laufende Bombe. Und seine Freunde waren der Zünder.
Das Lagerfeuer, das Clara notdürftig entzündet hatte, war kaum mehr als ein rötliches Glimmen, das gegen die erdrückende Feuchtigkeit des Dschungels ankämpfte. Es spendete keine Wärme, nur Licht – und selbst das war schwach, warf lange, tanzende Schatten, die aussahen wie die Geister der Dinge, die sie zurückgelassen hatten.
Marcus saß am Rand dieses Lichtkreises, den Rücken gegen eine feuchte Wurzel gelehnt. Auf seinem Schoß lag Zaras Kopf.
Die Diebin schlief nicht friedlich. Ihr Atem ging rasselnd, unterbrochen von kleinen, scharfen Zuckungen, die durch ihren Körper liefen, als würde sie im Traum immer noch vor den Pfeilen der Venomkrieger davonlaufen. Ihr Gesicht war blass, fast durchscheinend unter dem Schmutz, und der Schweiß auf ihrer Stirn war kalt.
Marcus bewegte sich nicht. Er hatte Angst, dass jede Bewegung sie wecken würde, dass sie zurückkehren würde in den Schmerz der Wachheit. Er hatte seine Tasche beiseitegelegt – die Karten, das Logbuch, die Logik, alles war unwichtig geworden. Seine Hände, die normalerweise immer beschäftigt waren, Dinge zu ordnen oder zu berechnen, ruhten jetzt still auf ihren Schultern.
Er starrte auf den Verband, den Lyra angelegt hatte. Das Tuch war befleckt, aber nicht mit Blut. Es war eine gelbliche Flüssigkeit, Wundsekret gemischt mit Resten der Salbe.
Vorsichtig, mit spitzen Fingern, hob er den Rand des Stoffes an. Er musste es sehen. Er musste die Variable kennen.
Darunter lag die Narbe.
Es war kein Schnitt und kein Loch. Es war ein perfekter Abdruck von Lyras Hand. Die Haut dort war weiß, glatt und fest wie Marmor, völlig haarlos und ohne Poren. Die Ränder waren rot und geschwollen, eine wütende Grenze zwischen dem verbrannten Fleisch und dem lebenden Gewebe. Es sah aus, als hätte jemand Zara markiert. Als wäre sie Eigentum einer fremden Macht geworden.
„Hässlich, was?“, flüsterte eine Stimme.
Marcus zuckte zusammen. Er ließ den Verband fallen. Zara hatte die Augen geöffnet. Sie waren trüb, die Pupillen weit, aber sie fixierten ihn. Ein schwaches, schiefes Grinsen zupfte an ihrem Mundwinkel.
„Es ist...“, begann Marcus und suchte nach einem Wort, das nicht klinisch klang. „Es ist verheilt. Die Koagulation ist abgeschlossen.“
„Du lügst noch schlechter als Tarek“, murmelte Zara. Sie versuchte sich aufzurichten, aber ein Stöhnen entwich ihr, und sie sank zurück. „Es fühlt sich an, als hätte ich einen glühenden Stein in der Schulter.“
„Du solltest dich nicht bewegen“, sagte Marcus hastig. Er strich ihr die nassen Haare aus dem Gesicht, eine Geste, die so intim war, dass sie ihn selbst erschreckte. „Die physiologische Belastung war enorm. Dein Körper braucht Ruhe, um die zelluläre Integrität wiederherzustellen.“
Zara lachte leise, ein trockenes Geräusch. „Ich liebe es, wenn du Wörter benutzt, die ich nicht verstehe. Das gibt mir das Gefühl, dass die Welt noch normal ist.“
Sie griff nach seiner Hand. Ihre Finger waren rau, schwielig – die Hände einer Diebin, die gelernt hatte, zu nehmen, bevor sie fragte. Aber jetzt hielt sie ihn fest, als wäre er der einzige Anker in einem Sturm.
„Du bist geblieben“, sagte sie. Ihr Blick wurde ernst. „Als der Pfeil kam. Du bist nicht weggerannt.“
Marcus schluckte. Der Kloß in seinem Hals war so groß wie ein Stein. Er erinnerte sich an den Moment. Das Zischen. Der Schatten. Und dann Zara, die sich vor ihn warf, ohne zu zögern, ohne zu rechnen.
„Die Wahrscheinlichkeit, dass du getroffen würdest, lag bei fast hundert Prozent, wenn du dich bewegst“, sagte er leise, und versteckte sich wieder hinter seinen Zahlen. „Es war... unlogisch. Du bist schneller als ich. Du hättest ausweichen können.“
„Ich bin nicht ausgewichen“, sagte Zara. „Ich habe mich entschieden.“
Sie drückte seine Hand.
„Warum?“, fragte Marcus. Die Frage brannte ihm auf der Zunge, seit sie den Sumpf verlassen hatten. „Ich bin... ich bin nur Ballast. Ich kann nicht kämpfen. Ich habe Angst vor Feuer. Ich bin ein Feigling, Zara. Ich habe mein eigenes Dorf angezündet, weil ich zu arrogant war.“
Zara sah ihn lange an. In der Dunkelheit wirkten ihre Augen fast schwarz.
„Du bist kein Feigling, Gelehrter“, sagte sie. „Ein Feigling läuft weg, wenn es wehtut. Du hast Angst, ja. Aber du läufst trotzdem weiter. Du hast Jory getragen, bis deine Beine versagt haben. Du hast die Karte gelesen, als wir blind waren. Du bist der Kopf, Marcus. Wir sind nur die Muskeln.“
Sie hustete, verzog das Gesicht vor Schmerz.
„Und außerdem...“, fügte sie leise hinzu, „...wer würde mir sonst die großen Wörter erklären?“
Marcus spürte, wie ihm Tränen in die Augen stiegen. Er wischte sie wütend weg, verschmierte den Ruß in seinem Gesicht. Er fühlte sich nackt. Die Mauern aus Logik, die er um sich gebaut hatte, bröckelten.
„Ich werde nicht mehr wegrennen“, flüsterte er. Es war keine Feststellung. Es war ein Schwur.
„Das hast du schon mal gesagt“, flüsterte Zara.
„Diesmal meine ich es anders“, sagte Marcus. Er beugte sich vor, bis seine Stirn fast die ihre berührte. Er roch den Schweiß, den Schlamm, das verbrannte Fleisch. Es war der ehrlichste Geruch der Welt.
„Ich werde nicht wegrennen, wenn es schwierig wird. Ich werde nicht wegrennen, wenn du schreist. Und ich werde nicht wegrennen, wenn ich Angst habe.“ Er sah ihr tief in die Augen. „Du bist meine Konstante, Zara. Ohne dich... ist die Gleichung sinnlos.“
Zara lächelte. Es war ein müdes, echtes Lächeln. „Idiot“, sagte sie liebevoll. „Du und deine Gleichungen.“
Sie schloss die Augen. Ihre Hand blieb in seiner. Marcus blieb sitzen. Er bewegte sich nicht. Er würde hier sitzen, bis die Sonne aufging, oder bis die Welt unterging. Er hatte seinen Platz gefunden. Nicht in einer Bibliothek. Sondern im Schlamm, neben einer Diebin.
Ein paar Meter entfernt, am Ufer des schwarzen Flusses, saß Lyra.
Sie war allein. Kael lag in der Nähe, zusammengerollt unter einer Decke, erschöpft von der Magie, die er gewirkt hatte, um Tarek zu kühlen.
Lyra starrte auf das Wasser. Es floss träge vorbei, trug Blätter und Äste mit sich, Dinge, die abgerissen und fortgespült worden waren. Genau wie sie.
Sie tauchte ihre Hände in das Wasser. Es war kalt, schlammig. Sie rieb sie aneinander. Heftig. Schrubbte die Haut, bis sie rot wurde.
„Es geht nicht ab“, flüsterte sie.
Sie konnte den Geruch immer noch riechen. Den Geruch von Zaras verbranntem Fleisch. Den Geruch der Magie, die durch sie hindurchgeschossen war – nicht grün und lebendig, sondern weiß und vernichtend.
Sie hob ihre Hände, betrachtete sie im Mondlicht. Sie sahen normal aus. Klein, zerkratzt, schmutzig. Aber Lyra sah das Leuchten unter der Haut. Ein neongrünes Pulsieren, das wartete.
Sie war eine Heilerin gewesen. Sie hatte ihr Leben dem Bewahren gewidmet. Dem Wachsen. Und jetzt? Jetzt war sie ein Skalpell. Ein Werkzeug, um wegzuschneiden.
„Du machst es schlimmer“, sagte eine Stimme.
Lyra fuhr herum. Elias stand hinter ihr. Er hatte das Lager verlassen, war ihr gefolgt. Er stand im Schatten eines Baumes, eingehüllt in seinen Mantel, den rechten Arm eng am Körper.
„Lass mich“, sagte Lyra. Sie wandte sich wieder dem Wasser zu. „Ich muss sie sauber kriegen.“
„Sie sind sauber“, sagte Elias. Er trat näher. Seine Stiefel machten kein Geräusch im weichen Uferschlamm. „Das, was du riechst... das ist die Erinnerung.“
„Ich habe ihr wehgetan“, schluchzte Lyra. „Ich wollte ihr helfen, Elias. Und ich habe sie gefoltert. Ich habe es genossen, das Gift zu verbrennen. Ich habe die Macht genossen.“ Sie drehte sich zu ihm um, ihr Gesicht nass von Tränen. „Was stimmt nicht mit mir?“
Elias setzte sich neben sie auf einen Stein. Er hielt Abstand. Er wusste, dass seine Nähe kühlt, und Lyra fror schon genug.
„Nichts stimmt nicht mit dir“, sagte er. Seine Stimme war ruhig, aber müde. „Du hast dich angepasst. Der Wald hat dich verändert. Er hat dir gegeben, was wir brauchten.“
„Ich wollte das nicht!“, rief sie. „Ich wollte keine Waffe sein!“
„Niemand von uns wollte das“, sagte Elias. Er blickte auf den Fluss. „Tarek wollte kein Verräter-Sohn sein. Marcus wollte kein Mörder sein. Und ich...“ Er griff an seine Brust, dort wo das Amulett glühte. „...ich wollte nur mein Dorf retten.“
Er sah Lyra an.
„Wir sind nicht mehr die, die wir waren, als wir aufgebrochen sind. Wir sind zerbrochen. Und falsch wieder zusammengesetzt.“ Er hob seine rechte Hand, die im Schwarzen Handschuh steckte. „Aber wir funktionieren. Und solange wir funktionieren... haben wir eine Chance.“
„Eine Chance worauf?“, fragte Lyra bitter. „Zu sterben?“
„Zu gewinnen“, sagte Elias.
Er stand auf. Der Riss im Amulett pulsierte heftig, ein roter Blitz in der Nacht. Elias verzog das Gesicht vor Schmerz, aber er machte keinen Laut.
„Wasch deine Hände nicht mehr“, sagte er. „Das Wasser wäscht die Magie nicht ab. Akzeptier es, Lyra. Du bist jetzt das Feuer. Und wir werden das Feuer brauchen.“
Er drehte sich um und ging zurück in die Dunkelheit, zurück zu seiner einsamen Wache.
Lyra blieb am Wasser sitzen. Sie sah auf ihre Hände. Sie hörte auf zu schrubben. Sie ließ das Wasser von ihren Fingern tropfen.
Vielleicht hatte er recht. Vielleicht gab es kein Zurück mehr.
Sie ballte die Hände zu Fäusten. Ein kleiner, weißer Funke tanzte über ihre Knöchel. Kaltes Feuer.
Sie löschte es nicht. Sie ließ es brennen.
Die Dunkelheit vor der Morgendämmerung war die kälteste Zeit, selbst im dampfenden Dschungel des Selva Magna. Der Nebel, der vom Fluss aufstieg, legte sich wie ein nasses Leichentuch über das Lager.
Clara saß immer noch bei Tarek. Sie hatte nicht geschlafen. Sie hatte die ganze Nacht damit verbracht, darauf zu achten, dass er atmete.
Der Söldner lag still da, den Kopf auf einem Bündel aus Wurzeln. Seine Augen waren offen, starrten in das Blätterdach, wo die ersten grauen Lichtstrahlen versuchten, die Finsternis zu durchbrechen.
„Du starrst“, sagte Clara leise. Sie tunkte einen Stofffetzen in das kalte Wasser und tupfte ihm die Stirn ab.
„Ich denke“, grollte Tarek. Seine Stimme war fester als zuvor, aber sie hatte ihren Klang verloren. Das raue, selbstbewusste Lachen war weg. „Über das Holz.“
„Welches Holz?“
„Das Holz im Thronsaal“, sagte Tarek. Er drehte den Kopf mühsam zu ihr. „Die Bilder, die die Kaiserin gemacht hat. Mein Vater.“
Clara hielt inne. „Das war Magie, Tarek. Vielleicht war es eine Lüge. Eine Prüfung.“
„Nein“, sagte Tarek. „Es war wahr. Ich habe es immer gewusst. Tief drinnen.“ Er schloss die Augen, als würde das Licht schmerzen. „Er kam zurück mit Gold, als ich ein Kind war. Gold, das nach Rauch stank. Er sagte, es sei Sold. Aber Söldner werden nicht so gut bezahlt. Nicht für ehrliche Arbeit.“
Er ballte die Hand zur Faust.
„Ich bin ihm gefolgt. Mein ganzes Leben lang. Ich bin der Eisernen Legion beigetreten, weil ich sein wollte wie er. Ein Held.“ Er lachte bitter. „Und jetzt bin ich hier. Ein Krüppel in einem Sumpf, der denselben Krieg kämpft wie er. Nur auf der anderen Seite.“
„Du bist nicht auf der anderen Seite“, sagte Clara scharf. Sie packte seine Schulter, drückte zu, bis er sie ansah. „Du bist auf unserer Seite. Du hast dich vor mich geworfen. Du hast dich aufspießen lassen. Dein Vater hat andere sterben lassen, um zu leben. Du bist fast gestorben, damit andere leben.“
„Und was hat es gebracht?“, fragte Tarek. Er blickte an sich herab. Auf die Verbände, unter denen die verbrannte, tote Haut lag. „Ich bin nutzlos, Clara. Ich kann kein Schwert mehr heben. Ich kann nicht laufen. Ich bin Ballast.“
„Dann bist du eben Ballast“, sagte Clara. „Na und? Dann tragen wir dich. So lange es nötig ist.“
„Bis ich verfaule?“
„Bis du heilst. Oder bis wir gewinnen.“
Tarek sah sie an. Er sah die Sturheit in ihrem Kinn, die Müdigkeit in ihren Augen, die sie zu verbergen suchte. Er wusste, dass er sie nicht umstimmen konnte. Sie war ein Arendelle. Sie gaben nicht auf. Selbst wenn der Kampf längst verloren war.
„Du bist eine Närrin, Clara“, flüsterte er. Aber er griff nach ihrer Hand.
Ein paar Meter entfernt stand Elias. Er hatte das Gespräch gehört, aber er hatte sich nicht eingemischt. Er hatte seine eigenen Geister.
Er stand am Flussufer, die Stiefel im Schlamm. Er hatte die Tunika geöffnet. Er blickte auf seine Brust.
Der Riss im Amulett war schlimmer geworden.
Gestern war es nur ein pulsierendes Licht gewesen. Heute war es ein Vibrieren, das seine Zähne klappern ließ. Die zwei Fragmente – das Auge der Sonne und das Herz des Waldes – bekriegten sich.
Elias sah es physisch. Unter der Oberfläche des Kristalls wirbelten Farben. Weißes Feuer prallte auf grünes Wuchern. Hitze traf auf Leben. Es gab keine Harmonie. Es gab nur Kollision.
Sie passen nicht zusammen, dachte Elias. Zerstörung und Schöpfung. Sie stoßen sich ab.
Er spürte, wie die Energie in seinen Körper leckte. Seine Haut um das Amulett herum war rot, gereizt. Manchmal fühlte es sich an, als würden Dornen von innen gegen seine Rippen drücken. Manchmal war es, als hätte er glühende Kohlen verschluckt.
„Es wird dich zerreißen“, sagte eine Stimme.
Kael stand neben ihm. Der Wassermagier war wach. Er sah immer noch schwach aus, aber seine Augen waren klar, fixiert auf das fließende Wasser des Flusses.
„Ich weiß“, sagte Elias. Er zog die Tunika zu. „Aber ich kann es nicht ändern.“
„Doch“, sagte Kael. Er deutete auf den Fluss. „Du brauchst den Binder. Das Element, das zwischen den Extremen fließt. Wasser.“
„Das dritte Fragment“, sagte Elias. „Die Träne des Ozeans.“
„Ja. Wasser nimmt die Hitze auf, ohne zu verbrennen. Und es nährt das Leben, ohne zu wuchern. Es ist das Gleichgewicht.“ Kael blickte Elias an. „Wenn du das dritte Fragment nicht findest... wird das Amulett explodieren. Und du mit ihm.“
„Wir sind weit weg vom Meer“, sagte Elias. „Wochen zu Fuß.“
„Nicht auf dem Wasser“, sagte Kael. Ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht. „Der Fluss... er fließt zum Meer. Er will nach Hause. Genau wie ich.“
Elias verstand. Er blickte auf das schwarze, träge Wasser. Es war ein Weg. Ein gefährlicher Weg, mitten durch das Territorium der Feinde, aber der schnellste.
„Kannst du uns tragen?“, fragte Elias. „Wir haben kein Boot.“
„Ich brauche kein Boot“, sagte Kael. Er hob die Hand. Das Wasser am Ufer kräuselte sich, gehorchte seinem Willen. „Ich bin das Boot.“
Elias drehte sich zum Lager um. Die Sonne ging auf. Das graue Licht enthüllte die Erschöpfung in den Gesichtern seiner Freunde. Marcus, der immer noch Zaras Hand hielt. Clara, die neben Tarek wachte. Lyra, die mit leeren Augen ins Nichts starrte.
Sie konnten nicht mehr laufen. Nicht so. Nicht mit Tarek auf einer Trage und Zara im Fieberwahn.
„Aufstehen!“, sagte Elias laut. Seine Stimme war rau, aber sie duldet keinen Widerspruch.
Die Köpfe fuhren hoch.
„Wir gehen nicht zu Fuß weiter“, sagte Elias. Er deutete auf den Fluss. „Wir nehmen den Wasserweg.“
„Schwimmen?“, fragte Marcus verwirrt. Er rückte seine Brille zurecht. „Mit zwei Schwerverletzten? Die Strömungsdynamik...“
„Kael wird uns bringen“, sagte Elias.
„Auf dem Wasser?“, fragte Clara skeptisch.
„Auf dem Wasser“, bestätigte Kael. Er trat vor. Er wirkte klein und zerbrechlich, aber als er seine Hände hob, spürten sie die Macht, die in ihm wohnte. Die Luft wurde feucht. Der Nebel verdichtete sich.
„Packt zusammen“, befahl Elias. „Alles, was wir nicht brauchen, bleibt hier. Wir müssen leicht sein.“
Sie packten. Es war nicht viel. Ein paar Waffen. Die Karte. Das Logbuch. Die leeren Wasserschläuche.
Sie trugen Tarek ans Ufer. Er biss die Zähne zusammen, stöhnte leise, als sie ihn anhoben. Marcus hob Zara hoch. Sie war wach, aber schwach, klammerte sich an seinen Hals.
Sie standen am Rand des schwarzen Wassers.
„Bereit?“, fragte Kael.
„Bereit“, sagte Elias.
Kael schloss die Augen. Er atmete tief ein. Er rief das Wasser.
Das Flusswasser vor ihnen begann zu brodeln. Aber es kochte nicht. Es verdichtete sich. Es erhob sich. Es bildete eine Fläche, glatt und fest wie dunkles Glas, die knapp über der Strömung schwebte. Ein Floß aus reiner Oberflächenspannung.
„Steigt auf“, sagte Kael, dessen Stimme zitterte. „Schnell. Ich kann es nicht ewig halten.“
Sie traten auf das Wasser. Es fühlte sich seltsam an, federnd, kühl durch die Stiefelsohlen, aber es trug sie. Sie legten Tarek und Zara in die Mitte. Clara und Marcus knieten sich daneben.
Elias stieg als Letzter auf. Er spürte, wie das Amulett reagierte. Es zischte leise, als die Kälte des Wassers auf die Hitze des Feuers traf. Aber es hielt.
„Nach Westen“, sagte Elias.
Kael bewegte die Hände. Das Wasserfloß löste sich vom Ufer. Es glitt in die Strömung. Erst langsam, dann schneller. Der Dschungel zog an ihnen vorbei, eine Wand aus Grün und Schatten.
Sie waren unterwegs.
Weg von den Venomkriegern. Weg von der Kaiserin. Weg von den Fehlern im Wald.
Hin zum Meer. Und hin zum letzten Teil des Puzzles, das Elias entweder retten oder vernichten würde.
Die Dunkelheit vor der Morgendämmerung war die kälteste Zeit, selbst im dampfenden Dschungel des Selva Magna. Der Nebel, der vom Fluss aufstieg, legte sich wie ein nasses Leichentuch über das Lager.
Clara saß immer noch bei Tarek. Sie hatte nicht geschlafen. Sie hatte die ganze Nacht damit verbracht, darauf zu achten, dass er atmete.
Der Söldner lag still da, den Kopf auf einem Bündel aus Wurzeln. Seine Augen waren offen, starrten in das Blätterdach, wo die ersten grauen Lichtstrahlen versuchten, die Finsternis zu durchbrechen.
„Du starrst“, sagte Clara leise. Sie tunkte einen Stofffetzen in das kalte Wasser und tupfte ihm die Stirn ab.
„Ich denke“, grollte Tarek. Seine Stimme war fester als zuvor, aber sie hatte ihren Klang verloren. Das raue, selbstbewusste Lachen war weg. „Über das Holz.“
„Welches Holz?“
„Das Holz im Thronsaal“, sagte Tarek. Er drehte den Kopf mühsam zu ihr. „Die Bilder, die die Kaiserin gemacht hat. Mein Vater.“
Clara hielt inne. „Das war Magie, Tarek. Vielleicht war es eine Lüge. Eine Prüfung.“
„Nein“, sagte Tarek. „Es war wahr. Ich habe es immer gewusst. Tief drinnen.“ Er schloss die Augen, als würde das Licht schmerzen. „Er kam zurück mit Gold, als ich ein Kind war. Gold, das nach Rauch stank. Er sagte, es sei Sold. Aber Söldner werden nicht so gut bezahlt. Nicht für ehrliche Arbeit.“
Er ballte die Hand zur Faust.
„Ich bin ihm gefolgt. Mein ganzes Leben lang. Ich bin der Eisernen Legion beigetreten, weil ich sein wollte wie er. Ein Held.“ Er lachte bitter. „Und jetzt bin ich hier. Ein Krüppel in einem Sumpf, der denselben Krieg kämpft wie er. Nur auf der anderen Seite.“
„Du bist nicht auf der anderen Seite“, sagte Clara scharf. Sie packte seine Schulter, drückte zu, bis er sie ansah. „Du bist auf unserer Seite. Du hast dich vor mich geworfen. Du hast dich aufspießen lassen. Dein Vater hat andere sterben lassen, um zu leben. Du bist fast gestorben, damit andere leben.“
„Und was hat es gebracht?“, fragte Tarek. Er blickte an sich herab. Auf die Verbände, unter denen die verbrannte, tote Haut lag. „Ich bin nutzlos, Clara. Ich kann kein Schwert mehr heben. Ich kann nicht laufen. Ich bin Ballast.“
„Dann bist du eben Ballast“, sagte Clara. „Na und? Dann tragen wir dich. So lange es nötig ist.“
„Bis ich verfaule?“
„Bis du heilst. Oder bis wir gewinnen.“
Tarek sah sie an. Er sah die Sturheit in ihrem Kinn, die Müdigkeit in ihren Augen, die sie zu verbergen suchte. Er wusste, dass er sie nicht umstimmen konnte. Sie war ein Arendelle. Sie gaben nicht auf. Selbst wenn der Kampf längst verloren war.
„Du bist eine Närrin, Clara“, flüsterte er. Aber er griff nach ihrer Hand.
Ein paar Meter entfernt stand Elias. Er hatte das Gespräch gehört, aber er hatte sich nicht eingemischt. Er hatte seine eigenen Geister.
Er stand am Flussufer, die Stiefel im Schlamm. Er hatte die Tunika geöffnet. Er blickte auf seine Brust.
Der Riss im Amulett war schlimmer geworden.
Gestern war es nur ein pulsierendes Licht gewesen. Heute war es ein Vibrieren, das seine Zähne klappern ließ. Die zwei Fragmente – das Auge der Sonne und das Herz des Waldes – bekriegten sich.
Elias sah es physisch. Unter der Oberfläche des Kristalls wirbelten Farben. Weißes Feuer prallte auf grünes Wuchern. Hitze traf auf Leben. Es gab keine Harmonie. Es gab nur Kollision.
Sie passen nicht zusammen, dachte Elias. Zerstörung und Schöpfung. Sie stoßen sich ab.
Er spürte, wie die Energie in seinen Körper leckte. Seine Haut um das Amulett herum war rot, gereizt. Manchmal fühlte es sich an, als würden Dornen von innen gegen seine Rippen drücken. Manchmal war es, als hätte er glühende Kohlen verschluckt.
„Es wird dich zerreißen“, sagte eine Stimme.
Kael stand neben ihm. Der Wassermagier war wach. Er sah immer noch schwach aus, aber seine Augen waren klar, fixiert auf das fließende Wasser des Flusses.
„Ich weiß“, sagte Elias. Er zog die Tunika zu. „Aber ich kann es nicht ändern.“
„Doch“, sagte Kael. Er deutete auf den Fluss. „Du brauchst den Binder. Das Element, das zwischen den Extremen fließt. Wasser.“
„Das dritte Fragment“, sagte Elias. „Die Träne des Ozeans.“
„Ja. Wasser nimmt die Hitze auf, ohne zu verbrennen. Und es nährt das Leben, ohne zu wuchern. Es ist das Gleichgewicht.“ Kael blickte Elias an. „Wenn du das dritte Fragment nicht findest... wird das Amulett explodieren. Und du mit ihm.“
„Wir sind weit weg vom Meer“, sagte Elias. „Wochen zu Fuß.“
„Nicht auf dem Wasser“, sagte Kael. Ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht. „Der Fluss... er fließt zum Meer. Er will nach Hause. Genau wie ich.“
Elias verstand. Er blickte auf das schwarze, träge Wasser. Es war ein Weg. Ein gefährlicher Weg, mitten durch das Territorium der Feinde, aber der schnellste.
„Kannst du uns tragen?“, fragte Elias. „Wir haben kein Boot.“
„Ich brauche kein Boot“, sagte Kael. Er hob die Hand. Das Wasser am Ufer kräuselte sich, gehorchte seinem Willen. „Ich bin das Boot.“
Elias drehte sich zum Lager um. Die Sonne ging auf. Das graue Licht enthüllte die Erschöpfung in den Gesichtern seiner Freunde. Marcus, der immer noch Zaras Hand hielt. Clara, die neben Tarek wachte. Lyra, die mit leeren Augen ins Nichts starrte.
Sie konnten nicht mehr laufen. Nicht so. Nicht mit Tarek auf einer Trage und Zara im Fieberwahn.
„Aufstehen!“, sagte Elias laut. Seine Stimme war rau, aber sie duldet keinen Widerspruch.
Die Köpfe fuhren hoch.
„Wir gehen nicht zu Fuß weiter“, sagte Elias. Er deutete auf den Fluss. „Wir nehmen den Wasserweg.“
„Schwimmen?“, fragte Marcus verwirrt. Er rückte seine Brille zurecht. „Mit zwei Schwerverletzten? Die Strömungsdynamik...“
„Kael wird uns bringen“, sagte Elias.
„Auf dem Wasser?“, fragte Clara skeptisch.
„Auf dem Wasser“, bestätigte Kael. Er trat vor. Er wirkte klein und zerbrechlich, aber als er seine Hände hob, spürten sie die Macht, die in ihm wohnte. Die Luft wurde feucht. Der Nebel verdichtete sich.
„Packt zusammen“, befahl Elias. „Alles, was wir nicht brauchen, bleibt hier. Wir müssen leicht sein.“
Sie packten. Es war nicht viel. Ein paar Waffen. Die Karte. Das Logbuch. Die leeren Wasserschläuche.
Sie trugen Tarek ans Ufer. Er biss die Zähne zusammen, stöhnte leise, als sie ihn anhoben. Marcus hob Zara hoch. Sie war wach, aber schwach, klammerte sich an seinen Hals.
Sie standen am Rand des schwarzen Wassers.
„Bereit?“, fragte Kael.
„Bereit“, sagte Elias.
Kael schloss die Augen. Er atmete tief ein. Er rief das Wasser.
Das Flusswasser vor ihnen begann zu brodeln. Aber es kochte nicht. Es verdichtete sich. Es erhob sich. Es bildete eine Fläche, glatt und fest wie dunkles Glas, die knapp über der Strömung schwebte. Ein Floß aus reiner Oberflächenspannung.
„Steigt auf“, sagte Kael, dessen Stimme zitterte. „Schnell. Ich kann es nicht ewig halten.“
Sie traten auf das Wasser. Es fühlte sich seltsam an, federnd, kühl durch die Stiefelsohlen, aber es trug sie. Sie legten Tarek und Zara in die Mitte. Clara und Marcus knieten sich daneben.
Elias stieg als Letzter auf. Er spürte, wie das Amulett reagierte. Es zischte leise, als die Kälte des Wassers auf die Hitze des Feuers traf. Aber es hielt.
„Nach Westen“, sagte Elias.
Kael bewegte die Hände. Das Wasserfloß löste sich vom Ufer. Es glitt in die Strömung. Erst langsam, dann schneller. Der Dschungel zog an ihnen vorbei, eine Wand aus Grün und Schatten.
Sie waren unterwegs.
Weg von den Venomkriegern. Weg von der Kaiserin. Weg von den Fehlern im Wald.
Hin zum Meer. Und hin zum letzten Teil des Puzzles, das Elias entweder retten oder vernichten würde.