NOX AETERNA · Band 3 · Hüter der Zukunft
KAPITEL 19: DIE TRENNUNG
Das Licht starb nicht. Es zog sich zurück. Es war, als hätte die Welt tief eingeatmet – ein gewaltiges, blendendes Einatmen aus Weiß und Gold –, nur um dann den Atem anzuhalten. Auf dem Plateau des Silberkamms kehrte die Sicht zurück. Aber die Farben waren anders. Sie waren gedämpft, ausgeblutet, als hätte der Lichtblitz die Sättigung aus der Realität gewaschen.
Clara blinzelte. Tränen liefen über ihr rußverschmiertes Gesicht, eine reflexartige Reinigung der Augen, die zu viel Helligkeit gesehen hatten. Sie lag auf dem kalten Obsidianboden, die Hand noch immer schützend über Tarek ausgestreckt, der neben ihr schwer atmete. Das Erste, was sie hörte, war kein Wind. Es war ein Wimmern. Leise, menschlich, gebrochen. Clara zwang sich, den Kopf zu heben. Ihr Nacken schmerzte, ihre Muskeln fühlten sich an wie zerrissenes Tauwerk. Sie blickte zur Mitte des Plateaus. Zum Kristallbaum.
Der Baum war dunkel geworden. Das milchige Weiß des Quarzes war stumpf, fast grau, wie altes Eis, das zu lange in der Sonne gelegen hatte. Die schwarzen Adern, die ihn durchzogen hatten – die Krankheit von Anaxi –, waren verschwunden. Sie waren nicht mehr da. Einfach fort. Und die Ketten waren leer. Die Schattenfesseln lagen am Boden, zerfallen zu feinem, schwarzem Staub, der sich langsam im nicht vorhandenen Wind verteilte.
„Elias?“, krächzte Clara. Ihre Stimme klang fremd in der absoluten Stille. Sie rappelte sich auf. Ihre Beine gaben fast nach, aber sie fing sich am rauen Stamm des Baumes ab. Sie sah ihn. Er saß am Fuß des Baumes, dort, wo die Wurzeln sich in das schwarze Glas gruben. Er saß nicht auf einem Thron. Er saß auf dem Boden, den Rücken gegen den Kristall gelehnt, die Beine von sich gestreckt wie ein erschöpfter Wanderer nach einem Marsch, der zu lange gedauert hatte. Sein Kopf war in den Nacken gelegt, die Augen geschlossen. Seine Brust hob und senkte sich. Er lebte. Ein Schluchzen brach aus Claras Kehle. Es war hässlich und laut, aber sie konnte es nicht zurückhalten. „Er lebt“, flüsterte sie. Sie drehte sich zu Lyra und Tarek um. „Er lebt!“
Aber Lyra sah nicht zu Elias. Lyra kniete wenige Meter entfernt. Vor ihr lag eine andere Gestalt. Zusammengerollt, winzig wirkend in der Weite des Plateaus. Ein alter Mann. Sein Haar war nicht mehr das strahlende Silber des Gottes, den sie gesehen hatten. Es war dünn, schütter und weiß wie schmutziger Schnee. Seine Haut war pergamentartig, überzogen mit Altersflecken und Falten, die so tief waren wie Canyons. Er war nackt, bis auf die Reste des Lendenschurzes, und er zitterte so heftig, dass seine Knochen auf dem Glasboden klapperten. Lyra hatte ihren zerfetzten Umhang genommen und ihn über den Alten gelegt. Sie rieb seine Schultern, sanft, vorsichtig, als hätte sie Angst, er würde unter ihren Händen zerfallen.
„Ist das…“, Tarek humpelte heran. Er stützte sich auf sein Schwert wie auf eine Krücke. Er starrte auf das Bündel Mensch. „Ist das der Prinz?“ Der Alte öffnete die Augen. Sie waren trüb. Das strahlende Blau war einem wässrigen Grau gewichen. Der Riss, der sein Gesicht geteilt hatte, war verschwunden – geblieben war nur eine feine, weiße Narbe. Er blickte Tarek an. Dann Lyra. Er versuchte zu sprechen. Seine Lippen bewegten sich, trocken und rissig. „Kalt“, flüsterte er. Seine Stimme war ein Rascheln von trockenem Laub. „Es ist so… kalt.“ Lyra zog den Umhang enger. „Ich weiß“, sagte sie, und ihre Stimme war voller Tränen. „Das ist die Welt, Elion. Sie ist kalt.“
„Wo ist sie?“, fragte der Alte. Er versuchte, sich aufzurichten, aber er war zu schwach. „Die Dunkelheit… der Hunger…“ „Weg“, sagte eine Stimme. Sie kam vom Baum. Clara wirbelte wieder herum. Elias hatte die Augen geöffnet. Er sah sie an. Und in diesem Moment spürte Clara, wie eine Kälte durch ihren Körper schoss, die nichts mit der Temperatur auf dem Gipfel zu tun hatte. Es waren Elias’ Augen. Sie waren nicht mehr braun. Sie waren auch nicht blau oder schwarz. Sie waren silbern. Nicht wie Metall, sondern wie ein Spiegel. Man konnte nicht hineinsehen. Man sah nur sich selbst darin reflektiert, klein und verzerrt. Und sie waren ruhig. Zu ruhig. Es war die Ruhe eines tiefen Sees, unter dessen Oberfläche Dinge schwammen, die man nicht sehen wollte.
„Elias?“, fragte Clara vorsichtig. Sie machte einen Schritt auf ihn zu, dann stoppte sie. Ihr Instinkt, der Instinkt einer Kriegerin, schrie sie an: Gefahr. Das ist nicht dein Bruder. „Geht es dir gut?“ Elias bewegte den Kopf. Eine langsame, fließende Bewegung. Er hob seine rechte Hand. Der Schwarze Handschuh war verschwunden. An seiner Stelle war seine Haut… anders. Von den Fingerspitzen bis zum Ellbogen war sein Arm schwarz. Aber es war kein Leder. Es war seine Haut. Sie sah aus wie Obsidian, durchzogen von pulsierenden Adern aus reinem, weißem Licht. Das Amulett, das er auf der Brust getragen hatte, war weg. Oder auch nicht. Clara sah, dass in der Mitte seiner Brust, direkt unter dem Sternum, ein schwaches, rhythmisches Leuchten durch seine Kleidung drang. Er hatte es nicht abgelegt. Er hatte es integriert.
„Gut“, sagte Elias. Das Wort war schwer. Es fiel aus seinem Mund wie ein Stein. „Ja. Es ist… still.“ Er blickte zu dem alten Mann, zu Elion. „Er ist frei“, sagte Elias. „Das Gefäß ist leer. Ich habe es getrunken.“ Tarek trat neben Clara. Er hielt sein Schwert immer noch, aber die Spitze senkte sich. „Du hast was?“ „Die Entropie“, sagte Elias, als wäre es das normalste Wort der Welt. „Ich habe den Fluss umgeleitet. Durch mich. In den Berg.“ Er legte seine schwarze Hand auf den Boden. Sofort leuchteten Runen auf dem Obsidian auf. Nicht golden wie bei Marcus. Sondern weiß. Kaltes, weißes Licht, das sich vom Baum ausbreitete wie Frostblumen. „Marcus hat das Fundament gelegt“, sagte Elias leise. „Er hat den Becher gebaut. Ich bin der Wein.“
Bei der Erwähnung von Marcus zuckte Tarek zusammen. Der Söldner sah sich um. Er suchte den Boden ab, suchte nach Spuren, nach… irgendetwas. „Marcus“, sagte er rau. „Wo ist er? Ich weiß, er hat die Tür versiegelt. Aber… seine Seele? Ist er hier?“ Elias blickte auf den Boden. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich nicht. Da war keine Trauer. Da war nur Wissen. „Er ist das Schloss“, sagte Elias. „Das Schloss?“, Tarek trat einen Schritt vor, Wut flackerte in seinen Augen auf. „Er ist ein Mensch, verdammt noch mal! Kein Bauteil!“ „Jetzt nicht mehr“, sagte Elias. Er sagte es ohne Grausamkeit. Er sagte es einfach als Fakt. „Er hat sich entschieden. Variable C. Er hat seine Logik benutzt, um die Struktur der Realität an diesem Ort zu fixieren. Ohne ihn… würde der Berg zerfallen.“ Elias sah Tarek in die Augen. Und für eine Sekunde, nur eine winzige Sekunde, flackerte etwas in dem Silber. Ein Schatten von Schmerz. „Er ist überall, Tarek. Er hält uns gerade fest. Er sorgt dafür, dass wir nicht durch den Boden fallen.“
Clara sank auf die Knie. Die Erleichterung, dass Elias lebte, wich einer neuen, schwereren Last. Er lebte. Aber er war nicht mehr derselbe. Er wirkte… gestreckt. Als wäre sein Bewusstsein über eine Fläche verteilt, die viel zu groß für einen einzelnen Verstand war. „Wir müssen hier weg“, sagte sie. Sie klammerte sich an Praktisches. Das war sicher. „Wir müssen Elion versorgen. Er erfriert. Und du… du brauchst einen Heiler. Lyra muss sich deinen Arm ansehen.“ Sie stand auf und streckte Elias die Hand entgegen. „Komm. Steh auf. Wir gehen nach Hause.“
Elias sah auf ihre Hand. Es war eine Hand voller Schwielen, dreckig, mit abgekauten Fingernägeln. Die Hand einer Schwester. Er starrte sie an, als wäre sie ein Artefakt aus einer fremden Zeit. Dann schüttelte er langsam den Kopf. „Nein“, sagte er. Clara erstarrte. „Was meinst du mit Nein? Du kannst hier nicht bleiben. Der Sturm ist vorbei, aber…“ „Ich kann nicht gehen, Clara“, sagte Elias sanft. Er hob seine schwarze Hand und drückte sie gegen seine eigene Brust. „Ich bin der Anker.“ Er deutete auf den Boden, auf den Berg, auf den Himmel. „Marcus hat die Tür gebaut. Aber eine Tür braucht jemanden, der sie zuhält. Phobos ist weg. Aber Anaxi… die Kraft, die dahinter steht… sie drückt immer noch. Sie wird immer drücken. Wie Wasser gegen einen Damm.“ Er blickte sie an, und jetzt sah sie die unendliche Traurigkeit in seinen silbernen Augen. „Wenn ich diesen Ort verlasse… wenn ich die Verbindung zum Berg breche… bricht der Damm. Und dann war alles umsonst.“
Stille. Nur das Wimmern von Elion unter Lyras Umhang war zu hören. „Du willst hier bleiben?“, flüsterte Clara. „Für immer?“ „Nicht wollen“, korrigierte Elias. „Müssen.“ Er versuchte zu lächeln. Es war ein schiefes, gebrochenes Lächeln, das Clara das Herz brach. „Es ist die einzige Variable, die aufgeht. Einer muss wachen.“
Tarek lachte auf. Ein bitteres, hartes Bellen. Er warf sein Schwert auf den Boden. Es klirrte laut. „Bullshit“, sagte er. „Absoluter Bullshit. Wir haben nicht gekämpft, geblutet und Marcus verloren, damit du dich hier oben als lebende Vogelscheuche aufstellst.“ Er ging auf Elias zu, packte ihn am Kragen seines Hemdes – vorsichtig, fast ängstlich, den schwarzen Arm zu berühren. „Du kommst mit, Bauernjunge. Ob du willst oder nicht. Ich schleife dich da runter.“ Elias wehrte sich nicht. Er ließ sich schütteln. „Du kannst mich schleifen“, sagte er ruhig. „Aber dann schleifst du nur eine Hülle. Mein Geist… ist bereits mit dem Stein verwachsen.“ Er legte seine Hand sanft auf Tareks Unterarm. Tarek zuckte zurück, als hätte er sich verbrannt. „Spürst du es?“, fragte Elias. Tarek starrte auf seinen Arm. Da war keine Brandwunde. Aber er rieb sich die Stelle. „Es vibriert“, murmelte er entsetzt. „Wie… Elektrizität.“ „Das ist der Berg“, sagte Elias. „Ich bin der Berg, Tarek.“
Lyra hatte aufgehört, Elion zu wärmen. Sie stand auf. Sie kam zu ihnen. Sie sah Elias an, mit dem Blick einer Heilerin, die eine Diagnose stellt. Sie sah die Aura um ihn herum. Sie war nicht mehr menschlich. Sie war riesig, ausgefranst, verwoben mit den Ley-Linien der Erde. „Er sagt die Wahrheit“, flüsterte sie. Sie nahm Claras Hand. „Sein Herzschlag… ist synchron mit der Erde. Wenn wir ihn hier wegnehmen… reißen wir ihn aus der Verankerung. Er würde sterben. Und der Berg würde einstürzen.“
Clara riss sich los. „Das akzeptiere ich nicht!“, schrie sie. Ihre Stimme brach am Ende. „Das ist nicht fair! Du hast versprochen, dass wir nach Hause gehen!“ „Ich habe versprochen, die Welt zu retten“, sagte Elias. Er stand auf. Er war gewachsen. Oder vielleicht wirkte es nur so. Er stand aufrecht, ohne die Last, die er früher immer auf den Schultern getragen hatte. Er ging zu Elion. Er kniete sich vor dem alten Mann nieder. „Kannst du stehen, Bruder?“, fragte er. Elion blinzelte. Er erkannte die Stimme. „Du hast es getan“, krächzte der Alte. Tränen bildeten sich in seinen trüben Augen. „Du hast mir die Last genommen.“ „Ich habe sie geteilt“, sagte Elias. Er half dem alten Mann auf die Beine. Er stützte ihn. Es war ein seltsames Bild: Der junge Mann mit dem Arm aus Nacht und der uralte Mann, der aussah wie ein sterbender Vogel. „Du wirst gehen“, sagte Elias zu Elion. „Du wirst die Sonne sehen. Du wirst Wein trinken. Du wirst sterben, irgendwann, in einem Bett. Das ist mein Geschenk an dich.“ Elion schluchzte. Er griff nach Elias' Hand und küsste die schwarzen Finger. „Danke“, weinte er. „Danke.“
Dann wandte sich Elias an die anderen. „Ihr müsst ihn mitnehmen“, sagte er. „Er wird den Weg nicht allein schaffen.“ „Und du?“, fragte Clara. Sie weinte jetzt stumm, die Tränen liefen einfach. „Ich bleibe“, sagte Elias. „Ich und Marcus. Wir halten die Stellung.“ Er blickte zum Himmel. Die Wolken rissen auf. Die ersten Sterne wurden sichtbar, klar und hell. „Es ist nicht so schlimm, Clara. Die Aussicht ist gut.“
Es gab keine Argumente mehr. Gegen einen Feind aus Stahl konnte man das Schwert erheben. Gegen einen Feind aus Schatten konnte man Licht beschwören. Aber gegen die Physik, gegen die fundamentale Notwendigkeit, dass eine Tür einen Riegel braucht, waren Worte nutzlos. Tarek wusste das. Der Söldner ließ seine Hände sinken. Er starrte Elias an – diesen Jungen, den er in den Gassen von Seraphis noch für einen lästigen Ballast gehalten hatte. Er sah den Arm aus lebender Nacht, die silbernen Augen, die Ruhe, die keine menschliche Regung mehr zuließ. Tarek atmete schwer aus. Eine weiße Wolke in der dünnen Luft. „Du bist ein verdammter Sturkopf“, sagte er. Seine Stimme war rau, ein Knurren, das ein Schluchzen verbarg. „Das warst du schon immer.“
Elias lächelte. Es war ein kleines Lächeln, das die fremdartige Glätte seines Gesichts für einen Moment durchbrach und den alten Elias zeigte. „Ich hatte gute Lehrer“, sagte er. Tarek trat einen Schritt vor. Er ignorierte die Aura aus Kälte und Elektrizität, die von Elias ausging. Er ignorierte den Instinkt, der ihn warnte, zurückzuweichen. Er streckte die Hand aus. Nicht die Rechte zum Gruß. Er legte seine linke Hand, die Hand des Herzens, auf Elias’ gesunde Schulter. Er drückte zu, fest, so fest er konnte, als wollte er ihn durch bloße Muskelkraft in der Welt der Sterblichen verankern. „Hör mir zu, Bauernjunge“, grollte Tarek leise, sodass nur Elias es hören konnte. „Ich habe viele gute Männer sterben sehen. Ich habe viele schlechte Männer leben sehen. Aber ich habe noch nie jemanden gesehen, der… der das hier tut.“ Er nickte in Richtung des leeren Himmels, des Plateaus, der Einsamkeit. „Das ist kein Tod. Das ist Dienst. Ewiger Dienst.“ „Jemand muss es tun“, antwortete Elias. „Ja“, Tarek schluckte schwer. „Aber ich hasse es, dass du es bist. Ich hätte lieber meinen eigenen verdammten Kopf hingehalten.“ „Ich weiß“, sagte Elias. „Und genau deshalb konntest du es nicht sein. Dein Kopf ist zu dickschädelig für die Leere.“ Tarek lachte. Es war ein kurzes, schmerzhaftes Geräusch. Er löste den Griff. Er trat einen Schritt zurück und straffte die Schultern. Er nahm Haltung an, so gerade, wie es sein geschundener Körper zuließ. Er führte die Faust an die Brust, über das Herz, und schlug einmal hart auf den Harnisch. Der Salut der Eisernen Legion. Das Höchste, was ein Soldat einem anderen geben konnte. „Es war mir eine Ehre, Elias von Aetherholm“, sagte Tarek förmlich. „Ich werde auf sie aufpassen. Auf Clara. Auf die Hexe. Das schwöre ich bei meinem Blut.“ „Ich weiß“, sagte Elias und neigte den Kopf. „Pass auch auf dich auf, alter Wolf. Trink nicht zu viel.“
Lyra trat vor. Sie hatte Elion gestützt, der nun zitternd und schwach auf seinen eigenen Beinen stand, gehalten von Tarek, der sofort einsprang, um den alten Mann zu stützen. Lyra wirkte klein vor dem Hintergrund des unendlichen Sternenhimmels. Ihre Robe war nur noch ein Flickenteppich, ihr Gesicht war blass und hager. Aber in ihren Augen lag eine Klarheit, die sie seit dem Tod von Kael nicht mehr gehabt hatte. Sie ging nicht auf Elias zu wie eine Bittstellerin. Sie ging auf ihn zu wie eine Gleichgestellte. Sie blieb vor ihm stehen. Sie sah nicht auf den schwarzen Arm. Sie sah ihm direkt in die silbernen Augen. „Du hast immer Angst gehabt“, sagte sie leise. Elias blinzelte. „Ja.“ „Angst vor dem Amulett. Angst, dass es dich auffrisst. Angst, dass du zu einem Monster wirst, wie die Sucher.“ Sie hob ihre Hände. Sie leuchteten nicht mehr. Sie waren einfach nur Hände. Warme, menschliche Hände. Sie legte sie an Elias’ Wangen. Die Kälte seiner Haut war beißend, aber Lyra zuckte nicht zurück. „Sieh dich an“, flüsterte sie. „Du bist kein Monster geworden. Du hast die Dunkelheit genommen, aber du hast sie nicht werden lassen. Du bist… du bist das Gefäß geblieben.“ Eine Träne lief über ihre Wange und tropfte auf Elias’ Handrücken. Dort, wo sie das Obsidian berührte, zischte es nicht. Es blieb ein kleiner, glitzernder Tropfen. „Du hast genug getan, Elias“, sagte sie eindringlich. „Hörst du mich? Dein Gewissen ist rein. Du schuldest niemandem mehr etwas. Nicht mir. Nicht der Welt.“ Elias schloss die Augen. Er lehnte sein Gesicht in ihre Hände. Für einen Moment erlaubte er sich, einfach nur den Kontakt zu spüren. Die Wärme. Das Leben. „Danke, Lyra“, flüsterte er. „Für das Licht. Damals, als ich keines hatte.“ Lyra stellte sich auf die Zehenspitzen. Sie drückte ihm einen sanften Kuss auf die Stirn. „Sei in Frieden“, sagte sie. „In der Stille.“
Dann trat sie zurück. Sie ging zu Tarek und Elion. Sie bildeten eine Gruppe. Die Überlebenden. Nur Clara stand noch abseits. Sie stand am Rand des Plateaus, dort, wo der Abstieg begann. Sie hatte dem Ganzen den Rücken zugekehrt, die Arme vor der Brust verschränkt, den Kopf gesenkt. Ihre Schultern bebten nicht. Sie war starr. Elias ging zu ihr. Seine Schritte auf dem Glas waren lautlos. Er bewegte sich nicht mehr wie ein Mensch, der Gewicht verlagert. Er glitt. Er blieb hinter ihr stehen. Er spürte ihren Schmerz. Nicht durch Empathie, sondern durch die Verbindung zum Boden. Er spürte, wie ihre Stiefel den Fels drückten, er spürte die Spannung in ihrer Haltung. „Clara“, sagte er. Sie drehte sich nicht um. „Geh weg“, presste sie hervor. „Geh einfach zurück zu deinem verdammten Baum und lass mich gehen.“ „Du kannst nicht gehen, ohne dich umzudrehen“, sagte Elias sanft. „Doch, das kann ich!“, schrie sie und wirbelte herum. Ihr Gesicht war nass, ihre Augen rot und wild. „Wenn ich mich umdrehe, wenn ich dich ansehe… dann mache ich es real! Dann akzeptiere ich es! Und ich will es nicht akzeptieren!“ Sie schlug mit den Fäusten gegen seine Brust. Gegen das schwarze Hemd, unter dem das integrierte Amulett pulsierte. Er ließ es geschehen. Er stand fest wie eine Säule. „Du bist mein Bruder!“, schrie sie. „Verstehst du das? Nicht durch Blut, aber durch alles andere! Du warst der Einzige, der mich nicht als Arendelle gesehen hat, sondern als Clara! Du kannst mich nicht allein lassen!“ Ihre Schläge wurden schwächer. Sie wurden zu einem Festhalten, einem Krallen in den Stoff. Sie sank gegen ihn, vergrub das Gesicht an seiner Schulter. „Ich kann das nicht“, schluchzte sie. „Ich bin nicht stark genug. Alle sagen immer, ich sei die Kriegerin. Die Starke. Aber ich bin es nicht. Ich bin nur ein Mädchen, das Angst hat.“
Elias hob seine Arme. Er zögerte kurz mit dem rechten, dem schwarzen Arm. Er hatte Angst, sie zu verletzen, sie zu erfrieren. Aber dann legte er ihn doch um sie. Er hielt sie fest. Eine Umarmung, die so fest war wie der Berg selbst. „Du bist die Stärkste von uns allen, Clara“, sagte er in ihr Haar. Es roch nach Rauch und Ozon, aber darunter roch es nach ihr. „Du hast weitergemacht, als ich aufgeben wollte. Du hast Tarek getragen. Du hast geführt.“ Er drückte sie leicht von sich weg, damit er ihr in die Augen sehen konnte. „Ich verlasse dich nicht“, sagte er. „Ich wechsele nur die Position. Ich decke deinen Rücken. Von hier oben.“ Er nahm ihr Gesicht in seine Hände – links Fleisch, rechts Stein. „Du musst leben, Clara. Das ist deine Aufgabe. Du musst runtergehen. Du musst heiraten, wenn du willst. Du musst Kinder haben. Du musst Häuser bauen. Du musst all die Dinge tun, die ich hier oben beschütze.“ Clara starrte ihn an. Sie suchte in den silbernen Augen nach dem Bauernjungen. Sie fand ihn. Ganz tief drinnen. „Ich werde dich hassen dafür“, flüsterte sie. „Ich weiß“, lächelte Elias. „Das ist in Ordnung.“ „Ich werde jeden Tag zum Berg sehen und dich verfluchen, weil du hier oben frierst.“ „Ich friere nicht“, log er. „Ich bin der Winter.“
„Wir müssen gehen!“, rief Tarek von hinten. Seine Stimme war panisch. Elias und Clara sahen auf. Der Himmel veränderte sich. Die Sterne wurden heller, schärfer. Und der Zugang – der Tunnel durch den Kopf des toten Riesen – begann zu vibrieren. Das Eis begann zu wachsen. „Der Berg schließt sich“, sagte Elias ruhig. Er ließ Clara los. „Das Siegel wird perfekt. Marcus zieht die Mauern hoch.“ Er schob Clara sanft, aber unwiderstehlich in Richtung der anderen. „Lauf.“
Clara stolperte zurück. Sie griff nach seiner Hand, ihre Finger glitten von dem glatten Obsidian ab. „Lauf, Clara!“, befahl Elias. Seine Stimme war jetzt hallend, authoritär, die Stimme des Wächters. Sie rannte. Sie rannte zu Tarek und Lyra, die Elion bereits in den Eingang des Eistunnels zerrten. Der Mund des Riesen verengte sich. Eiszapfen wuchsen wie Zähne aus dem Kiefer, rasend schnell, zentimeterweise pro Sekunde. „Schnell!“, brüllte Tarek. Er schob den alten Elion in das Loch. Lyra kroch hinterher. Clara blieb am Eingang stehen. Sie drehte sich ein letztes Mal um.
Elias stand in der Mitte des Plateaus. Vor dem dunklen Kristallbaum. Er stand völlig still. Der Wind zerrte an seiner Kleidung, aber er bewegte sich nicht. Er hob die Hand. Ein einfacher, stiller Gruß. Hinter ihm begannen Polarlichter zu tanzen, eine Krone aus Licht für den einsamen König. „Leb wohl“, flüsterte Clara. Dann warf sie sich in den Tunnel. Das Eis krachte hinter ihr zusammen. Die Zähne des Riesen schlossen sich mit dem Geräusch eines fallenden Fallbeils. Dunkelheit umfing sie. Sie waren getrennt. Für immer.
Das Geräusch des schließenden Eises war endgültig. Es war kein Knall, sondern ein saugendes Wumm, als würde die Luft selbst aus dem Tunnel gepresst, bevor der Fels sich wieder zu einer nahtlosen Einheit verband. Dann war Stille.
Elias stand allein auf dem Plateau. Er senkte die Hand, die er zum Abschied gehoben hatte. Er war nicht überrascht von der Stille. Er kannte sie. Sie war ein Teil von ihm geworden, seit er den Handschuh das erste Mal berührt hatte. Aber diese Stille war anders. Sie war nicht bedrohlich. Sie war… geräumig. Er drehte sich langsam um. Er blickte auf den Kristallbaum, der nun dunkel und ruhend in der Mitte des schwarzen Spiegels stand. Er blickte zu den Sternen, die so klar und scharf waren, dass sie wie ausgestanzte Löcher im Himmelszelt wirkten. Er atmete ein. Die Luft war dünn, tödlich kalt für jeden Menschen. Aber für ihn schmeckte sie wie klares Wasser. Sein schwarzer Arm pulsierte im Rhythmus des Berges. Bumm. Bumm. Tief unter ihm, Kilometer tief im Gestein, spürte er Marcus. Ein Bewusstsein, das nicht schlief, sondern rechnete. Eine endlose Kette von logischen Verknüpfungen, die die Struktur der Realität zusammenhielten. „Variable E“, dachte Elias und lächelte. „Elias. Die Konstante der Dauer.“
Er ging zum Rand des Plateaus. Er setzte sich auf den Obsidian, die Beine über dem Abgrund baumelnd, genau dort, wo er Clara das letzte Mal gesehen hatte. Er spürte keinen Schmerz über den Verlust. Er wusste, dass er Schmerz fühlen sollte. Er erinnerte sich daran, wie sich Vermissen anfühlte – ein Ziehen in der Brust, eine Enge im Hals. Aber er fühlte es nicht. Sein Herz schlug ruhig, langsam, vielleicht nur noch einmal pro Minute. Die Trauer war da, aber sie war weit weg, wie ein Sturm am Horizont, den man beobachtet, der einen aber nicht nass macht. „Ich bin zu Hause“, flüsterte er in die Nacht. Es war keine Resignation. Es war eine Feststellung. Er gehörte nicht mehr in die Täler. Er gehörte nicht zu den Feuern und dem Wein. Er gehörte hierher, an die Grenze. Er lehnte sich zurück, stützte sich auf seine Hände – Fleisch und Stein – und blickte hinauf zu den Polarlichtern, die nun tanzten, nur für ihn. Er hatte die Welt gerettet. Und der Preis war, dass er nicht mehr Teil von ihr war. Es war ein fairer Tausch.
Auf der anderen Seite der Wand herrschte Dunkelheit. Absolute, erstickende Dunkelheit. Clara lag auf dem Boden des Tunnels, das Gesicht in den Händen vergraben. Sie hörte ihren eigenen Atem, der in kurzen, hysterischen Stößen kam. Sie hörte das Scharren von Stiefeln. Das Wimmern von Elion. „Licht“, sagte Tarek. Seine Stimme war rau, aber kontrolliert. „Lyra, wir brauchen Licht.“ Ein schwaches, bläuliches Glimmen flackerte auf. Lyra kniete neben Elion, hielt ihre leuchtende Hand über den alten Mann, um ihn zu wärmen und gleichzeitig den Weg zu erhellen. Der Schein traf Clara. Sie sah aus wie ein Geist. Ihre Augen waren weit aufgerissen, starrten auf die Stelle, wo eben noch der Ausgang gewesen war. Jetzt war da nur massives Eis. Sie streckte die Hand aus, berührte die kalte Wand. „Er ist da draußen“, flüsterte sie. „Ja“, sagte Tarek. Er packte sie an der Schulter und zog sie sanft, aber bestimmt auf die Beine. „Und da bleibt er auch. Wenn wir hier bleiben, erfrieren wir. Und dann war sein Opfer für den Arsch.“ Clara zuckte zusammen bei der Grobheit, aber sie nickte. Tarek hatte recht. Tarek hatte immer auf diese brutale Art recht.
Der Abstieg begann. Er war schlimmer als der Aufstieg. Beim Aufstieg hatten sie ein Ziel gehabt. Sie hatten Adrenalin gehabt, Angst, Hoffnung. Jetzt hatten sie nichts. Nur die Schwere ihrer eigenen Körper und die noch schwerere Last dessen, was sie zurückgelassen hatten. Sie mussten Elion tragen. Der alte Mann, der einst ein Gott gewesen war, war jetzt nur noch Haut und Knochen. Er wog fast nichts, aber er war unhandlich, wie ein Bündel trockener Zweige. Tarek nahm ihn zuerst. Er schnallte sich den Alten auf den Rücken, ignorierte das Knirschen seiner eigenen Wirbelsäule. „Halt dich fest, Großvater“, brummte er. „Wenn du kotzen musst, sag Bescheid.“
Sie krochen durch den Hals des Riesen. Sie kletterten die Eiswand hinab, vorbei an den stummen Zeugen des Götterkrieges. Die Waffen im Eis leuchteten nicht mehr. Der Zauber war gebrochen. Es war nur noch totes Metall in totem Wasser. Sie erreichten den Grat. Der Wind hier unten war zurückgekehrt, aber er war schwächer. Er heulte nicht mehr. Er wehte einfach nur. Clara ging mechanisch. Ein Fuß vor den anderen. Links. Rechts. Links. Rechts. Sie dachte nicht. Sie funktionierte. Sie war eine Maschine, gebaut, um zu überleben. Aber in ihrem Kopf liefen Bilder ab, in einer Endlosschleife. Marcus, wie er im Licht verschwand. Kael, wie er zu Wasser wurde. Zara, wie sie fiel. Elias, wie er dastand, mit seinem Arm aus Nacht, und sie wegschickte. „Wir sind weniger geworden“, sagte sie plötzlich in die Stille hinein. Niemand antwortete. Es gab darauf keine Antwort.
Sie erreichten den Kamin. Die Treppe hinab. Vorbei an dem Skelett des Suchers. Lyra blieb kurz stehen, legte eine Hand auf den Schädel, murmelte etwas, das Clara nicht verstand. Dann weiter. Immer weiter nach unten. Die Luft wurde dicker. Der Druck auf den Ohren nahm zu. Der erste Atemzug, der nicht mehr in der Lunge brannte, fühlte sich an wie Verrat. Wie konnte die Welt es wagen, wärmer zu werden? Wie konnte sie es wagen, sauerstoffreicher zu werden, während Elias dort oben im Vakuum saß?
Nach Stunden – oder Tagen, Clara hatte jedes Zeitgefühl verloren – erreichten sie den Fuß der Silberkammberge. Sie traten aus dem Schatten der Felsen. Vor ihnen lag das Tal. Und es war Morgen. Die Sonne ging über der Wüste Ashara im Osten auf. Ein riesiger, goldener Ball, der den Himmel in Brand setzte. Das Licht traf Clara wie ein Schlag ins Gesicht. Sie musste die Augen zukneifen, hob die Hand, um sich zu schützen. Es war zu hell. Zu bunt. Das Grün der wenigen Kiefern hier an der Baumgrenze war schreiend intensiv. Das Braun der Erde war vulgär. Alles war zu viel.
Sie ließen sich im ersten Flecken Gras nieder, den sie fanden. Tarek ließ Elion sanft ins Gras gleiten. Der Alte blinzelte in die Sonne, Tränen liefen über seine Wangen. „Warm“, krächzte er. Er grub seine Finger in die Erde, riss Grasbüschel aus, roch daran. „Es riecht nach… Leben.“ Tarek ließ sich daneben fallen. Er legte sich flach auf den Rücken, alle Viere von sich gestreckt. Er riss seinen Harnisch auf, schnappte nach Luft. „Wir sind unten“, sagte er. Er klang nicht froh. Er klang überrascht. Lyra kauerte sich hin, die Arme um die Knie geschlungen. Sie starrte zurück zum Berg. Der Gipfel war in Wolken gehüllt. Man konnte das Plateau nicht sehen. „Glaubt ihr… glaubt ihr, er sieht uns?“, fragte sie.
Clara stand noch. Sie konnte sich nicht setzen. Wenn sie sich setzte, würde sie vielleicht nie wieder aufstehen. Sie blickte ins Tal. Weit entfernt, am Horizont, sah sie Rauchfahnen. Kein schwarzer Rauch von brennenden Städten. Weißer Rauch. Von Kaminen. Menschen, die Frühstück machten. Menschen, die aufwachten, sich streckten, ihre Kinder weckten. Sie wussten nicht, was in der Nacht passiert war. Sie wussten nicht, dass die Welt fast geendet hätte. Sie wussten nicht, dass ein Gelehrter sich in Stein verwandelt hatte und ein Bauernjunge nun den Himmel trug. Sie wussten es nicht. Und es kümmerte sie nicht. Die Wut stieg in Clara auf, heiß und gallig. Ihr Undankbaren, dachte sie. Ihr Ahnungslosen. Ihr lebt, weil meine Freunde tot sind.
„Clara“, sagte Tarek leise. Sie sah ihn an. Er saß auf, stützte sich auf die Ellbogen. Er sah ihre Wut. Er kannte sie. „Hör auf“, sagte er. „Verachte sie nicht.“ „Warum nicht?“, zischte sie. „Sie haben keine Ahnung.“ „Genau“, sagte Tarek. „Das war der Plan. Das war Marcus’ Plan. Das war Elias’ Plan.“ Er zeigte auf die Rauchfahnen. „Dass sie keine Ahnung haben müssen. Dass sie einfach… frühstücken können. Das ist der Sieg, Clara. Ein langweiliger, ahnungsloser Morgen.“ Clara starrte ihn an. Dann sackten ihre Schultern nach unten. Die Wut entwich wie Luft aus einem Ballon und hinterließ nur Erschöpfung. „Es fühlt sich nicht wie ein Sieg an“, flüsterte sie. „Nein“, sagte Lyra. „Es fühlt sich an wie Überleben.“
Clara setzte sich schließlich doch. Sie zog ihre Stiefel aus. Ihre Füße waren blutig, voller Blasen. Sie spürte den Schmerz. Er war gut. Er war real. Sie griff in ihre Tasche. Ihre Finger schlossen sich um etwas Kaltes, Rundes. Zaras Kompass. Sie holte ihn heraus. Das Glas war gesprungen, aber die Nadel drehte sich noch. Sie zeigte nicht nach Norden. Sie zeigte zurück zum Berg. Clara lächelte traurig. Natürlich tat sie das. „Wir ruhen uns aus“, sagte sie. Ihre Stimme war fest, auch wenn sie zitterte. „Eine Stunde. Dann gehen wir weiter.“ „Wohin?“, fragte Lyra. „Nach Seraphis“, sagte Clara. „Thaddeus muss es wissen. Die Welt muss es wissen.“ Sie blickte ein letztes Mal zurück zum Gipfel, der nun im Morgenlicht glänzte wie eine Krone aus Silber. „Wir müssen ihre Geschichte erzählen“, sagte sie. „Sonst sind sie wirklich fort.“
Tarek nickte. Er schloss die Augen. „Aber erst“, murmelte er, „schlafe ich eine Runde. Und wehe, einer weckt mich vor Mittag.“ Er schlief fast sofort ein. Ein tiefer, komatöser Schlaf. Lyra legte sich neben ihn, den Kopf auf seinen Brustpanzer. Clara blieb wach. Sie hielt Wache. So wie Elias oben Wache hielt. Sie waren getrennt durch tausende Meter Fels und Eis, durch Magie und Schicksal. Aber in diesem Moment, im ersten Licht des neuen Tages, wachten sie gemeinsam.